Am Samstag haben russische Gleitbomben ein belebtes Gebiet in der ukrainischen Stadt Sumy getroffen: Fünf Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben, 31 weitere wurden verletzt. Auch in Odessa waren nach einem Raketenangriff Tote zu beklagen.
Noch vor diesen Angriffen hatte die ukrainische Luftwaffe mitgeteilt, dass Russland in der Nacht sechs ballistische Raketen, sechs Marschflugkörper und 121 Drohnen auf das Land abgefeuert habe. Davon seien zwei Marschflugkörper und 111 Drohnen abgeschossen worden. Betroffen war demnach auch die Hauptstadt Kiew, wo elf Menschen verletzt wurden.
Russische Gleitbomben nicht besonders zielsicher
Die Behörden in Sumy warnten vor weiteren Angriffen. Russland setzt in seinem inzwischen mehr als vier Jahre dauernden Krieg gegen die Ukraine häufig Gleitbomben ein. Sie werden von Flugzeugen noch weit von der Front entfernt abgeworfen und schweben dann über mehrere Kilometer Entfernung in Richtung Ziel. Obwohl die Waffen gelenkt sind, gelten sie als nicht besonders zielsicher. Immer wieder treffen sie zivile Objekte.
Neue Angriffe auf Kiew
Unter den Verletzten in Kiew sei ein Kind, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst X mit. Russische Truppen haben zudem nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums die Siedlung Batschiwsk in der nordukrainischen Region Sumy eingenommen.
Selenskyj sagte, noch vor dem ersten Sirenenalarm sei „zivile Infrastruktur“ getroffen worden, darunter Wohnhäuser und Büros. Er forderte die Verbündeten erneut zu weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine auf. Zudem appellierte er an die US-Regierung, ihr Versprechen zügig umzusetzen, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen zu erteilen.
Raketenbestände gehen zur Neige
Das Patriot-System spielt eine wichtige Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur, insbesondere vor ballistischen Raketen. NATO-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, bisher liefern sie ihr auch die Raketen. Zuletzt gingen die ukrainischen Reserven zur Neige. Die Luftabwehr hatte daher erhebliche Probleme beim Abfangen der Raketen.
Zuletzt verstärkte die ukrainische Armee ihre Gegenangriffe auf Russland. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unterdessen von einer Einigung zwischen vier US-Senatoren und der Trump-Regierung auf verschärfte Russland-Sanktionen.