Russische Angriffe: Flugobjekt in Polen abgestürzt
Massive russische Angriffe auf die Ukraine in der Nacht ließen auch Polen Kampfjets aufsteigen. Ein unbekanntes Flugobjekt drang in den polnischen Luftraum ein und stürzte rund 100 Kilometer hinter der Grenze ab.
Eine polnische F-16 war auf das unbekannte Flugobjekt angesetzt worden, das nach Armeeangaben Richtung Westen flog. Bevor es abgefangen werden konnte, verschwand es vom Radar. Später sei die mutmaßliche Absturzstelle des Objekts in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin gefunden worden, teilte das operative Kommando der polnischen Streitkräfte auf der Online-Plattform X mit.
„Fast wären die Fenster zerbrochen“
Am Absturzort, rund 100 Kilometer im Landesinneren, sei ein Krater von zehn Metern Durchmesser entdeckt worden, berichten lokale Medien. Dorfbewohner schilderten demnach eine laute Explosion. „Wir haben noch nie etwas Derartiges gehört. Fast wären die Fenster zerbrochen“, wird ein Anwohner zitiert. Der Vorfall wird untersucht. Unbestätigten Meldungen zufolge könnte es sich bei dem Flugobjekt um eine russische Kinschal-Rakete handeln, die in den Luftraum des NATO-Lands eindrang.
Polnische Rettungskräfte und das Militär befinden sich an der Absturzstelle:
Ein Toter bei Angriffen auf Kiew
Die russischen Angriffe ließen in der Nacht auf Donnerstag in Kiew die Alarmsirenen heulen. Die Militärverwaltung warnte gegen Mitternacht vor dem Einsatz ballistischer Waffen. Ein AFP-Reporter berichtete von mehreren Explosionen. Ein Mensch wurde bei den Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt getötet, so die Behörden.
Ukrainische F-16 abgestürzt
Auch die ukrainische Luftwaffe muss einen bitteren Verlust verzeichnen: Ein F-16-Kampfjet ist am Mittwoch im Luftkampf abgestürzt. Die ukrainische F-16 habe feindliche Flugobjekte abgefangen, als sie abstürzte, teilte die Luftwaffe am Mittwochabend mit. Der Pilot musste sich per Schleudersitz retten. Die genaue Absturzursache wird noch ermittelt, vorläufig ist von einer „Notfallsituation an Bord“ die Rede. Der Pilot ist laut Luftwaffe wohlauf, am Boden gab es keine Schäden und Opfer.
Die für die Luftverteidigung wertvollen westlichen F-16-Kampfjets, die die Ukraine nach langem Werben von ihren Partnern erhielt, werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt. Mehrere Maschinen sind bei den riskanten Manövern bereits abgestürzt.
Wieder Attacke auf russisches „Amazon“
Unterdessen attackierte das ukrainische Militär in der Nacht erneut den russischen Online-Händler Wildberries. Durch Drohnenbeschuss wurde ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie die Behörden mitteilten. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden.
Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück.
Trifft russische Mittelschicht
Ein Ziel der ukrainischen Führung scheint aber auch zu sein, Unruhe in der Mittelschicht russischer Städte zu schüren, die gern online einkauft. Infolge der Angriffe und dadurch gestörten Lieferketten bekommt sie die Kriegsfolgen nun stärker zu spüren als zuvor.
Erst in der Nacht auf Mittwoch hatte die Ukraine in der russischen Stadt Rjasan ein großes Logistikzentrum von Wildberries und eine Raffinerie angegriffen.