Die Freiheitlichen verlangen, dass das Investitionsmodell, mit dem das Land Burgenland einst 195.000 Flaschen Sekt von einer Kellerei gekauft hat, künftig auch für private Investoren und Betriebe möglich sein soll. FPÖ-Landesparteichef Petschnig verweist dabei auf Beispiele aus anderen Ländern.
Zur Vorgeschichte: Das Land hatte 2023 von der später insolventen A-Nobis Sektkellerei 195.000 Rohsekt-Flaschen für rund 800.000 Euro angekauft. Von der Opposition gab es für die Unterstützungsaktion heftige Kritik.
Nun sehen es die Freiheitlichen etwas differenzierter. Landesobmann Alexander Petschnig schlägt vor, dieses Investitionsmodell wie in anderen Ländern auf Private und Betriebe auszuweiten. Er begründet das damit, dass die FPÖ via Informationsfreiheitsgesetz sowie einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes Auskunft über den Vertrag erhalten habe. Details nannte er daraus nicht. Außerdem weckte das angeführte Investitionsmodell sein Interesse.
Laut Petschnig wird es international vielfach bei Produkten mit langer Lagerzeit wie Sekt, Käse oder Whiskey praktiziert: „Das Risiko ist gering, die Ertragschance nach einigen Jahren entsprechend größer.“ Landwirte könnten so wirtschaftliches Risiko an Investoren auslagern. Beim A-Nobis-Sektkauf habe ihn gestört, dass am Ende nur das Land davon profitieren könne. Petschnig könnte sich das Modell auch für heimische Winzer vorstellen.
Wirtschaftssprecherin Michelle Whitfield schlug zudem vor, Busse der Verkehrsbetriebe Burgenland als Shuttle-Busse einzusetzen. So könnten etwa Touristen, die in Parndorf einkaufen, zu Winzern oder Sehenswürdigkeiten fahren.
„Landespartei finanziell und organisatorisch gut aufgestellt“
Im Herbst steht beim FPÖ-Landesparteitag die Wiederwahl als Obmann auf dem Programm. Ob es einen Gegenkandidaten gibt, ist offen. „Laut Statut kann jemand auch erst am Parteitag seine Kandidatur bekannt geben“, erklärte Petschnig. Kritik, dass er zu wenig im Land sei, könne er nicht nachvollziehen. „Die Landespartei ist organisatorisch und finanziell gut aufgestellt“, so Petschnig.