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So knapp war die Entscheidung zugunsten von Kane!

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Die Verleihung des Ballon d‘Or an Harry Kane am Montagabend war eine recht enge Entscheidung. Dass Englands Stürmerstar bei der Übergabe der Trophäe in seiner Heimat London Kylian Mbappe und Lamine Yamal vorgezogen wurde, war nach Auskunft der Organisatoren nur einer ganz knappen Wahl geschuldet. „Es ging dieses Jahr wirklich nur um wenige Punkte“, sagte Vincent Garcia, Chefredakteur des Fachmagazins France Football, das den Preis zusammen mit der UEFA ausrichtet.

Es war wohl nicht so knapp wie 1966, als sich Bobby Charlton vor Eusebio, und 1996, als sich Matthias Sammer vor Ronaldo mit jeweils einem Punkt Vorsprung durchsetzten. Die genauen Zähler sollen zwar erst am Ende dieser Woche veröffentlicht werden. „Aber ich kann schon verraten, dass der Punktabstand zwischen Kane und Mbappe kleiner war als jener zwischen Rodri und Vini Jr. im Jahr 2024. Und das waren damals nur 41 Punkte“, sagte Garcia.

Stimmberechtigt für die Entscheidung waren jeweils ein Journalist oder eine Journalistin aus den Top-100-Nationen der FIFA-Weltrangliste. Diese wählten aus 30 Nominierten jeweils ihre zehn besten Spieler aus; der beste bekam 15 Punkte. Dann wurden abstufend die Zähler 12, 10, 8, 7, 5, 4, 3, 2 und 1 verteilt. Er habe verfolgt, wie die Stimmen im Abstimmungszeitraum eintrudelten, schilderte Garcia. „Kylian war lange vorne, aber dann hat Kane aufgeholt. Und am Ende wurde es wirklich wegen ganz, ganz weniger Punkte entschieden.“

Kane: „Nicht viele hätten das gedacht“
Kane konnte es im traditionsreichen Palladium-Theater im Londoner West End egal sein. „Sechs Meilen von der Brisbane Road entfernt, wo er sein erstes Profitor in Englands dritter Liga erzielte, und acht Meilen von Arsenals Hale-End-Akademie, aus der er entlassen wurde, weil er ‘moppelig‘ war, hat Harry Kanes langer Weg, sich selbst zu beweisen, seinen unglaublichsten und inspirierendsten Zielpunkt erreicht“, schrieb die englische Tageszeitung The Times über den ersten englischen Ballon-Gewinner seit Michael Owen 2001.

Der 33-jährige Sieger wirkte auch im Moment des Triumphes bescheiden. „Nicht viele Menschen hätten das gedacht, und vielleicht hätte selbst ich nicht gedacht, dass ich es so weit bringen würde“, sagte jener Akteur, der mit 73 Toren in 65 Spielen für die Bayern und die Nationalmannschaft glänzte. Und dennoch nicht schillert. „Ein Mann, der so unspektakulär ist, dass er im permanenten Strom der Inhalte der großen Show, in der er eine Hauptrolle spielt, fast aus der Zeit gefallen wirkt und erst auf dem Spielfeld Gestalt und Wirklichkeit annimmt“, brachte es die spanische Tageszeitung El Pais auf den Punkt.

Warme Worte für Familie und Coach Kompany
Emotional wurde es, als Kane über seine Familie sprach. Er dankte seinen Schwiegereltern, seinen Eltern, seinem Bruder Charlie, seiner Frau Katie im Saal („Wir haben es geschafft. Ohne dich wäre das nicht möglich“) – und schickte einen Gruß an die Kinder daheim. „Es ist nach eurer Zubettgehzeit“, sagte der England-Captain. „Ihr seid der Grund, warum ich das tue. Das hier ist ein ganz besonderer Moment. Ich kann es kaum erwarten, euch zu sehen und mit euch zu feiern. Ich liebe euch sehr.“

Auch seinen aktuell mit Gesundheitsproblemen kämpfenden Coach Vincent Kompany bedachte er in seiner Rede mit bewegenden Worten. „An Vinnie: Ich weiß, dass er noch im Krankenhaus ist. Ich hoffe, dass dir das ein bisschen Kraft verleiht. An Vinnie und den ganzen Trainerstab: Wie wir arbeiten, wie du uns pushst – ich habe es dir zu verdanken, dass ich mich als Spieler, Mensch und Anführer weiterentwickelt habe“, betonte Kane.