Sommergespräch: Hat Sie Meinl-Reisinger überzeugt?
Reformdividende, Dürre-Debatte und ein Ex-Parteichef, der nachtritt: Beate Meinl-Reisinger stand bei ihrem neunten Sommergespräch ordentlich unter Druck. Hat die NEOS-Chefin und Außenministerin die Fragen von Simone Stribl trotzdem gemeistert und konnte sie Sie überzeugen?
Im ORF-Sommergespräch kündigte Beate Meinl-Reisinger eine „Reformdividende“ an: Übererfüllt der Bund sein Defizitziel, soll die eine Hälfte in den Schuldenabbau, die andere als Steuerentlastung an die Bevölkerung fließen. Ausgerechnet im Wahljahr 2029 könnte diese Ausschüttung das erste Mal erfolgen, wie Moderatorin Stribl anmerkte. Zur Hitzewelle und den Bauernentschädigungen betonte sie, es dürfe kein „Koste es, was es wolle“ – wohl eine Anspielung auf die Corona-Politik unter Sebastian Kurz – geben. Bei der Heeresreform verteidigte sie die Wehrpflicht für junge Männer, bekannte sich aber weiterhin zur Parteilinie für ein Berufsheer.
Strolz‘ Kritik vor Sommergespräch: „Ideale verraten“
Kurz vor dem Sommergespräch sorgte ausgerechnet NEOS-Gründer Matthias Strolz für Unruhe. Im „Kurier“-Interview warf er seiner Partei vor, sowohl in Wien als auch im Bund an manchen Stellen die eigenen Ideale verraten zu haben, kritisierte eine teils „ehrlose“ Kommunikation und bezweifelte, dass die Dreierkoalition bis 2029 durchhält. Besonders die ausbleibende Kürzung der Parteienförderung stößt ihm sauer auf. Eine Attacke habe er damit nicht starten wollen, betonte Strolz nachträglich. Der Zeitpunkt der Kritik – kurz vor dem Sommergespräch – spricht aber eine andere Sprache.
Ihre Meinung ist gefragt!
Konnte Beate Meinl-Reisinger Sie mit ihren Ankündigungen zur Reformdividende überzeugen, oder halten Sie das für ein reines Wahlzuckerl? Wie bewerten Sie den Umgang der NEOS-Chefin mit der Kritik von Matthias Strolz und anderen Parteigründern? Trauen Sie den NEOS zu, bis zum Wahljahr 2029 in der Koalition durchzuhalten?