Spanien: Zwei Spieler fallen gegen Österreich aus
Im WM-Sechzehntelfinale muss Spanien gegen Österreich auf zwei Flügelspieler verzichten.
Spaniens Fußballstars haben in der WM-Gruppenphase noch nicht brilliert. Das weiß auch ihre größte Hoffnung, Lamine Yamal. „Wir sind besser als das Niveau, das wir zeigen“, meinte der 18-Jährige vom FC Barcelona vor dem Sechzehntelfinale am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/LIVE im Sportkrone.at-Ticker) in Los Angeles gegen Österreich in einem Podcast des spanischen Radiosenders Cadena COPE. „Wir können uns verbessern, das werden wir tun. Aber zuerst fokussieren wir uns auf das Gewinnen.“
Yamal hatte eine im April erlittene Muskelverletzung im Oberschenkel in die WM-Vorbereitung mitgenommen. Beim 0:0 zum Auftakt gegen Kap Verde wurde der Flügelspieler eingewechselt, beim 4:0 gegen Saudi-Arabien erzielte er sein erstes WM-Tor. Durchgespielt hat er auch beim hart erkämpften 1:0 gegen Uruguay nicht. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Ich bin bei 80 bis 90 Prozent und es geht aufwärts, nicht nach unten“, erklärte Spaniens Ausnahmetalent. „Ich bin bereit für 90 Minuten.“
Zwei Flügel-Optionen fehlen
Mit Yeremy Pino und Nico Williams fehlen gegen das ÖFB-Team zwei Flügel-Optionen. Das Duo hatte nach seinen Einwechslungen gegen Uruguay eine Schulter- bzw. eine Adduktorenverletzung erlitten, soll bei einem Weiterkommen im Turnierverlauf aber wieder zur Verfügung stehen. „Es gibt kein Team, das deutlich schwächer ist als wir“, warnte Yamal. „Wir müssen das erste Spiel gewinnen.“ Dann gebe es auch keinen WM-Favoriten. „Frankreich ist nicht besser als wir. Sie haben uns bei der EM nicht geschlagen, niemand steht über uns.“
Diskussionen um Rodri und Pedri
Die spanische Öffentlichkeit sieht das etwas anders. Dort geht man zwar davon aus, gegen Österreich weiterzukommen. Von einem Durchmarsch bis zum Turniersieg spricht aber kaum jemand. Das hat vor allem mit den bisherigen Auftritten der Mittelfeld-Regisseure Rodri und Pedri zu tun. „Wenn die Ergebnisse stimmen, werden sie in einem besseren Licht dastehen“, verteidigte Yamal seine Teamkollegen. „Wir müssen Vertrauen haben. Die Gruppenphase ist jetzt bedeutungslos.“
Auch Teamchef Luis de la Fuente hatte sich im Turnierverlauf bereits mehrmals bemüßigt gefühlt, öffentlich auf die Qualitäten seines Kapitäns hinzuweisen. „Rodri ist der beste Spieler der Welt“, sagte der Coach nach dem verpatzten Auftakt gegen Kap Verde. „Selbst wenn er nur bei 50 Prozent ist, wäre er viel besser als praktisch jeder Mittelfeldspieler der Welt. Für uns ist er ein Leuchtturm.“ Zweifel am 30-Jährigen interpretierte De la Fuente als Beleidigung, selbst nachdem sich dieser gegen Uruguay einige für ihn ungewohnte Fehlpässe geleistet hatte.
Laut Angaben der britischen Zeitung „Daily Mail“ muss sich Rodri nach Spaniens Turnier-Aus einer Operation unterziehen. Über die genaue Natur der Beschwerden herrscht Unklarheit. Nebenmann Pedri kam auch daher in der ersten Turnierphase noch nicht zur Entfaltung, weil ihm die Flügelspieler fehlten, die für seine kreativen Momente im Zentrum Platz schaffen. „Pedri ist sehr wichtig für uns. Er ist so gut, er kann spielen, wo immer er will“, meinte Rechtsverteidiger Marcos Llorente.
Deutschland- und Niederlande-Aus als Warnung
Über einen klassischen Goalgetter verfügen die Spanier nicht. Mikel Oyarzabal, Kapitän von Real Sociedad und Torschütze zum entscheidenden 2:1 im EM-Finale 2024 gegen England, gibt die „falsche Neun“. Die Europameister landeten am Dienstagabend (Ortszeit) in Los Angeles – nach einem Vereinhalb-Stunden-Flug aus ihrem Teamcamp in Chattanooga in Tennessee und mit drei Stunden Zeitunterschied im Gepäck. Drei Tage davor waren sie vom Gruppenfinale in Guadalajara erst dorthin gereist.
„Das Uruguay-Spiel war ein Krieg, aber es hat uns auch Vertrauen gegeben und gezeigt, dass wir Kampfgeist haben. Und das ist wichtig bei einer WM“, meinte die 19-jährige Innenverteidiger-Hoffnung Pau Cubarsi. Das frühe Aus von Deutschland und den Niederlanden habe die Alarmglocken schrillen lassen, ergänzte Außenspieler Alejandro Grimaldo vor dem Duell mit der ÖFB-Auswahl. „Bei einer WM ist jedes Spiel sehr kompliziert. Und jedes Team kann dich eliminieren, wenn du nicht konzentriert bist.“