Startenor Jonas Kaufmann kehrt nach Kärnten zurück
Als Jonas Kaufmann am Donnerstag erstmals auf Burg Taggenbrunn auftrat, war es weit mehr als ein gefeiertes Kärnten-Debüt. Für den international gefragten Tenor schloss sich damit auch ein Kreis: Kärnten war bereits am Beginn seiner großen Bühnenkarriere eine wichtige Station.
Für die Taggenbrunner Festspiele war der Auftritt von Jonas Kaufmann ein Höhepunkt. Für den international gefragten Tenor schloss sich damit auch ein Kreis: Kärnten war bereits am Beginn seiner großen Bühnenkarriere eine Station. 1999, lange bevor Kaufmann an den bedeutendsten Opernhäusern und in den wichtigsten Konzertsälen der Welt zu Hause war, übernahm er am Stadttheater Klagenfurt eine seiner ersten großen Hauptrollen. In Mozarts „Titus“ sang der damals noch am Beginn seiner internationalen Karriere stehende Münchner die Titelpartie. Intendant des Stadttheaters war Dietmar Pflegerl. Die Produktion wurde zu einem großen Erfolg und blieb ein wichtiger Schritt auf Kaufmanns Weg zum internationalen Opernstar.
Mehr als ein Vierteljahrhundert später kehrte Kaufmann nun nach Kärnten zurück – diesmal nicht auf die Bühne eines Opernhauses, sondern in den historischen Festsaal der Burg Taggenbrunn. Gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Partner, dem Pianisten Helmut Deutsch, gestaltete er einen Liederabend, der vor allem Robert Schumanns „Dichterliebe“ gewidmet war. Dazu kamen Lieder von Richard Strauss und Franz Liszt.
Wunsch vom Burgherr ging in Erfüllung
Kaufmann zeigte sich dabei als vielseitiger Liedsänger. Sein ausdrucksstarker Tenor, die präzise Artikulation und vor allem sein vielfach gerühmtes Pianissimo machten die unterschiedlichen Facetten der Lieder hörbar: Liebesglück und Schwärmerei ebenso wie Enttäuschung, Verzweiflung und Melancholie. Helmut Deutsch erwies sich am Klavier einmal mehr als kongenialer Partner.
Der ausverkaufte Festsaal reagierte mit großem Jubel. Vier Zugaben beschlossen den Abend. Für Burgherr Alfred Riedl ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die Verpflichtung Kaufmanns war zugleich ein besonderer Moment für die Festspiele Taggenbrunn, die seit 2019 in der von der Familie Riedl restaurierten Burg stattfinden. Aus der Ruine einer mittelalterlichen Anlage aus dem 12. Jahrhundert wurde ein Kulturort, an dem heute Künstler aus unterschiedlichen Genres auftreten.
Besuch bei Mahlers Komponierhäuschen
Auch Gustav Mahler begegnete Kaufmann bei einem Kärnten-Aufenthalt: In Maiernigg am Wörthersee besuchte er Gustav Mahlers Komponierhäuschen, jenen Ort, an dem der Komponist während seiner Sommeraufenthalte arbeitete. Damit verbindet sich Kaufmanns Kärnten-Geschichte nicht nur mit seiner eigenen Karriere, sondern auch mit der Musikgeschichte des Landes.
Seit seinem Klagenfurter „Titus“ hat Kaufmann eine außergewöhnliche internationale Laufbahn genommen. Er gastiert an den großen Opernhäusern und in den wichtigsten Konzertsälen der Welt, hat zahlreiche vielfach ausgezeichnete Aufnahmen veröffentlicht und für seine künstlerische Arbeit zahlreiche Preise erhalten.
Der Abend auf Taggenbrunn zeigte nun, wie weit dieser Weg geführt hat – und zugleich, dass Kärnten darin einen kleinen, aber bemerkenswerten Platz einnimmt. 1999 Klagenfurt, 2026 Taggenbrunn: Zwischen diesen beiden Auftritten liegen 27 Jahre Weltkarriere.