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Österreich tappt bei K.-o.-Tropfen im Dunkeln

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Sie machen Menschen wehrlos und werden für Sexualstraftaten eingesetzt. Wie oft K.-o.-Tropfen in Österreich eingesetzt werden und zu Übergriffen führen, weiß allerdings niemand. Denn das Innenministerium zählt die Fälle nicht.

Ein paar Tropfen im Glas können reichen. Danach fehlen Erinnerungen – und oft auch die Beweise. Wie viele Menschen in Österreich mit K.-o.-Tropfen betäubt werden, lässt sich dennoch nicht sagen. Das Innenministerium führt darüber keine eigene Statistik.

Das geht aus einer Anfragebeantwortung an die Grünen hervor. Auch welche Substanzen verwendet werden und wie Täter an diese gelangen, wird nicht gesondert erfasst. Bekannt ist nur das Hellfeld, also jene Fälle, die überhaupt angezeigt werden. Gerade bei K.-o.-Tropfen dürfte die Dunkelziffer enorm sein.

„Innenminister kennt Ausmaß von K.o.-Tropfen-Missbrauch nicht“ 
Grünen-Frauensprecherin Meri Disoski attestiert Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) daher ein „erschreckend fehlendes Problembewusstsein“. Ihre Frage: Wie soll der Staat Frauen schützen, wenn er das Ausmaß des Problems nicht kennt?

Die Grünen verlangen nun eine Dunkelfeldstudie und eine bessere Erfassung. Deutschland hat seine Gesetze erst kürzlich verschärft. In Österreich wartet man unterdessen weiter auf den versprochenen Ausbau der Gewaltambulanzen. Dort könnten Spuren rasch und gerichtsfest gesichert werden – sofern es sie flächendeckend gäbe.