La Strada startet am Freitag in Graz. Auch heuer stehen neben großer Zirkuskunst und atemberaubender Akrobatik wieder viele Projekte an, bei denen das Publikum aktiv mitmachen kann. Ein kleiner Überblick.
Wenn bei La Strada ab Freitag wieder erstklassige Akrobaten und Zirkuskünstler aus aller Welt die Bühnen und Straßen von Graz erobern, dann denkt man sich als Zuseher meist: Was die da machen, das würde ich nie schaffen. Doch seit vielen Jahren setzen die Macher von La Strada ganz bewusst auch auf Projekte, an denen das Publikum teilnehmen kann: „Wir wollen die Stadtbewohner zu Mitgestaltenden des künstlerischen Prozesses machen“, freut sich Intendant Werner Schrempf über die Beliebtheit dieser „Community Art“.
„Einander wirklich wahrnehmen“
So laden Johannes Bellinkx und Benjamin Vandevalle etwa für ihr Projekt „Graz on the Move“ Freiwillige ein, die mit ihnen eine performative Landschaft im Stadtraum bauen und die Verlangsamung zelebrieren wollen: „Wir glauben, dass sich die Welt zu schnell bewegt. Wenn wir langsamer werden, können wir mehr sehen, mehr fühlen und einander wirklich warnehmen“, sagt das Duo.
Mehr Achtsamkeit für die Welt, die uns umgibt, aber auch für innere Welten, will auch Nick Steur in seinem Projekt „Care to Carry“ fördern. Wie das geht? Er lässt Menschen Steine am Kopf balancieren und so durch die Stadt spazieren. Auf diese Weise soll man nicht nur einen neuen Blick auf die Stadt entwickeln, sondern auch lernen im Chaos das Großstadtdschungels sein Gleichgewicht zu halten.
Musikalischer geht es bei der Gruppe Compagnie du Coin zu, die mit der Produktion „95% Mortel“ mithilfe von Musik den Mut, sich Unbekanntem zu stellen, fördern will und dafür noch Mitmusiker sucht. Und mit zehn Laien aus Grazt ist auch die Produktion „Worn Out?“ von Zwermers entstanden, die einen kritischen Blick auf Fast Fashion wirft, indem es die Altkleidercontainer der Stadt durchforstet und als textile Geschichten auf die Bühne holt.
Für keines dieser Projekte muss man Profi sein – willkommen sind für Schrempf alle, die „Kunst als Impulsgeber für das gemeinsame Nachdenken über Themen wie Stadt, Natur, Klima und Zusammenleben“ erleben wollen.
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