Kultur

Sven-Eric Bechtolf zelebriert Thomas Bernhard

Sven-Eric Bechtolf zelebriert Thomas Bernhard

Der einzigartige Schauspieler Sven-Eric Bechtolf begeisterte bei den Salzkammergut Festwochen als Herrenstein in Thomas Bernhards „Elisabeth II.“ Seit Sonntag ist die Erfolgsproduktion, die David Bösch inszenierte, in den Linzer Kammerspielen zu sehen. Ein Theaterfest!

Thomas Bernhard wie man ihn kennt und vielleicht auch liebt: Der Großindustrielle Herrenstein sitzt im Rollstuhl und hadert damit, dass ausgerechnet von seinem Balkon am Opernring aus viele (unsichtbare) Gäste, die Ankunft von Queen Elisabeth II. in Wien mitverfolgen wollen. 

Er ist besessen von dem Mantra „Die ganze Welt ist von Dummheit durchsetzt“ und er verschont niemanden. Der Wutbürger wettert zynisch gegen Familie, Bürgertum, Kirche, die Ewiggestrigen – vor allem im Salzkammergut – und auch gegen Kunst und Kultur. Trotz des Untertitels „Keine Komödie“ darf bei seinen Wuttiraden auch gelacht werden.

Nur sein Diener Richard, Haushälterin Fräulein Zallinger und Nachbar Dr. Guggenheim (herrlich resigniert: Christian Higer, Gunda Schanderer und Christian Taubenheim) machen sich gar nicht mehr die Mühe zu widersprechen. 

Zum Theaterfest wird die Inszenierung des Linzer Schauspielchefs David Bösch (Bühne: Patrick Bannwart, Kostüme: Bianca Sarah Stummer) aber vor allem durch Hauptdarsteller Sven-Eric Bechtolf, der jedem einzelnen Satz Bernhards Gewicht verleiht, für kurze, berührende Momente sorgt und mit Stimmgewalt und Mimik in seinen Bann zieht. Wir haben über die gesamte Inszenierung bereits berichtet – siehe Links im Kasten. Ein grandioser Abend.

Laute Bravorufe beim langen Schlussapplaus! Eine Seltenheit am Linzer Landestheater. 

Vielleicht verpasst