Politik

Systemsprenger: Kinder, die nach Grenzen schreien

Systemsprenger: Kinder, die nach Grenzen schreien

Der Prozess am Mittwoch in Korneuburg war derart eindrucksvoll, dass man sich eine Live-Schaltung in den Nationalrat gewünscht hätte. Damit die Alarmglocken bei den Entscheidungsträgern endlich so schrillen, wie sie längst schrillen sollten. Vier unmündige „Systemsprenger“ und eine 14-Jährige, die einen 11-Jährigen in Wien in einen Keller lockten und dort den Kopf des Kindes schlugen und traten wie einen Boxsack. Während sie die Tat filmten und lachten.

Die Verhandlung zeugte von Ratlosigkeit und Hilflosigkeit – so rotzig präsentierten sich die 13-Jährigen als Zeugen vor Staatsanwältin und Richter. Passieren kann ihnen nichts. Und das wissen sie auch

Fälle wie dieser sprießen förmlich aus dem Boden. Die blutjungen Täter sind meist in Krisenzentren oder WGs untergebracht. Sie erzählen davon, dass sie die ganze Nacht draußen sind, die Schule abgebrochen haben, Drogen konsumieren. Ihre Betreuer haben kaum Handhabe, werden teils selbst Opfer von Angriffen.

Die überfüllten Häfen sind sicher nicht der richtige Ort für diese Kinder. Doch auch das Modell der Krisenzentren hat für „Systemsprenger“ versagt. Jetzt geht es nicht mehr ausschließlich um Sozialarbeit. Sondern um den Schutz der Bevölkerung.

Diese Kinder schreien förmlich nach Grenzen! Wie es ausgehen kann, wenn diese nicht durchgesetzt werden können, zeigen die immer dramatischeren Taten der letzten Wochen. Neue Konzepte sind unumgänglich.

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