Tod von Milliardär Kühne trifft Festspiele hart
Diese Nachricht traf die Salzburger Festspiele ins Mark: Festspiel-Hauptsponsor und Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne ist Montagfrüh 89-jährig nach schwerer Krankheit verstorben. Mit seinem finanziellen Engagement prägte der Deutsche das Kulturfestival über Jahre maßgeblich.
Mehrere Millionen Euro flossen seit 2019 Richtung Mozartstadt. Kommendes Jahr läuft der Sponsoringvertrag allerdings aus. Eine Verlängerung ist nun aufgrund des Ablebens des Milliardärs fraglich. All das kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Festspiele mehr denn je auf private Förderer und Mäzene angewiesen sind.
Festspiele müssen Prioritäten bei Sanierung neu setzen
Das Kulturfestival beginnt Mitte September mit dem nächsten Bauabschnitt, der unter anderem die Aushöhlung des Mönchsbergs beinhaltet. 400 Millionen Euro darf dieses Unterfangen maximal kosten. Nicht inkludiert darin ist nach jetzigem Stand aber die Sanierung der Bestandshäuser Haus für Mozart und Felsenreitschule, die „Krone“ berichtete. Dafür fehlt es schlichtweg an Geld.
Landeshauptfrau und Kuratoriumsvorsitzende Karoline Edtstadler hat eine strickte Deckelung veranlasst, damit die Kosten nicht explodieren. Für die Festspiele bedeutet das: umdisponieren und entscheiden, was wirklich zählt – Neubau im Berg oder Sanierung der Bestandshäuser.
Ohne private Gelder bleibt das Bauvorhaben stehen
„Angesichts der budgetären Rahmenbedingungen werden die ausgearbeiteten Maßnahmen in Abstimmung mit dem Kuratorium neu priorisiert“, heißt es vom kaufmännischen Direktor der Festspiele, Lukas Crepaz, auf „Krone“-Anfrage. Zudem werde es nicht ohne private Gelder gehen. Sie sollen ausgleichen und aufwiegen, wo die öffentliche Hand auslässt.
Ob sich unter den dringend benötigten privaten Förderern auch in Zukunft die von Klaus-Michael Kühne hinterlassene Kühne Stiftung befindet, ließen die Festspiele am Montag offen. „Wir sind dankbar für die vielen Jahre seiner Verbundenheit, für sein Vertrauen und für seine Überzeugung, dass die Zukunft der Kunst unsere besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient“, sagt Festspielpräsidentin Kristina Hammer.