Trump befürchtete Tötung von Mullah-Verhandlern
US-Präsident Donald Trump hatte offenbar befürchtet, dass Israel während der jüngsten Gesprächsrunde mit dem Iran Politiker töten könnte. Das hat jetzt unter anderem die „New York Times“ berichtet. Israels Regierung setzt im Krieg gegen den Iran seit Jahren auf gezielte Tötungen.
Bisher wurden etwa Top-Atomwissenschaftler, Schattenkrieger und selbst der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Khamenei, zu Zielen. Khamenei war am 28. Februar und damit direkt am ersten Kriegstag bei einem Luftangriff getötet worden. Wie berichtet, sollen am morgigen Samstag die Trauerfeierlichkeiten in Teheran beginnen.
Erst kürzlich hat Israels Verteidigungsminister Israel Katz gesagt, dass das neue geistliche Oberhaupt Irans, Mojtaba Khamenei, nun auf einer Abschussliste stehe. Er ist der Sohn des getöteten Khamenei und seit seiner Ernennung noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Jetzt wurde bekannt, dass US-Präsident Donald Trump befürchtet haben dürfte, dass Israel den iranischen Außenminister Abbas Araghchi und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf ins Visier genommen hat. Trump soll laut dem Bericht gar davon ausgegangen sein, dass die beiden während der Verhandlungen getötet werden sollen. Das Weiße Haus habe die Länder in der Region gebeten, die iranische Führung vor diesem Szenario zu warnen, hieß es.
Anreise mit Kampfjets
Vor diesem Hintergrund erklärt sich, dass Pakistans Luftstreitkräfte die iranische Delegation im April nach einer Gesprächsrunde in Islamabad außer Landes begleitet haben – und zwar mit zwei Dutzend Kampfjets. Die iranische Führung dürfte die Warnung aus den Vereinigten Staaten somit ernst genommen haben.
Für die Trauerfeierlichkeiten für Khamenei hat Teheran jetzt angekündigt, den Luftraum aus Sicherheitsgründen für mehrere Tage zu sperren. Das iranische Staatsfernsehen zeigte am Freitag unter anderem, wie Regierungsvertreterinnen und Vertreter aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan in der Hauptstadt Teheran landeten. Insgesamt werden Millionen Menschen aus dem Iran und den Nachbarländern erwartet.
Zusätzlich zu Khamenei wurden Dutzende iranische Generäle und andere einflussreiche Politiker im jüngsten Krieg getötet. Für den Fall von Angriffen während des Staatsbegräbnisses für Khameneis drohte die iranische Führung den USA und Israel mit Vergeltung.