Trump droht mit Angriff auf den „Pickaxe Mountain“
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einem „großen, fetten“ Angriff auf den „Pickaxe Mountain“ gedroht. Ein geheimer Atom-Komplex befindet sich tief unter dem Berg – so tief, dass er möglicherweise außer Reichweite der bunkerbrechenden amerikanischen Bomben liegt ...
„Wir werden den Pickaxe Mountain zerstören“, kündigte Trump in typisch großspuriger Art einem Radiointerview an: „Lasst die Iraner wissen, dass wir kommen, okay? Sie können nichts dagegen tun“. Der bisher wenig bekannte Komplex, den der US-Präsident jetzt ins Visier nehmen will, liegt im Berg Kuh-e Kolang im Zentraliran. „Pickaxe Mountain“ (zu Deutsch Spitzhackenberg) ist die englische Übersetzung des Namens. Über den genauen Zweck der Anlage ist kaum etwas bekannt. Er liegt südlich der Nuklearanlage Natanz, die mehrfach Ziel von Luftangriffen der USA und Israels wurde.
Unterirdische Hallen
Unter dem „Pickaxe Mountain“ wurde mit dem Bau unterirdischer Hallen begonnen, nachdem es in Natanz im Juli 2020 zu einem Brand und einer Explosion gekommen war. Eine oberirdische Montagehalle für fortgeschrittene Uran-Zentrifugen wurde damals schwer beschädigt. Das Regime in Teheran sprach von Sabotage.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, bestätigte später, dass der Iran mit dem Bau einer unterirdischen Ersatzanlage begonnen habe. Inspekteure der IAEA haben die Hallen bisher nicht betreten. Die bekannte Anreicherungsanlage Natanz stand jedoch jahrelang unter internationaler Aufsicht.
„Arbeiten Tag und Nacht“
„Heute ist es uns vorläufig gelungen, eine Ersatzhalle für die explodierte Halle zu errichten. Derzeit arbeiten wir Tag und Nacht daran, sämtliche unserer Montagehallen im Inneren der Berge rund um Natanz zu bauen“, sagte der damalige iranische Atomchef Ali Akbar Salehi gut ein Jahr nach dem Vorfall.
Als möglicher ursprünglicher Zweck gilt die geschützte Herstellung oder Montage von Zentrifugen. Zugleich wird seit Jahren darüber spekuliert, dass Iran den Komplex dazu nutzen könnte, um Uran für den Bau von Atomwaffen anzureichern. Satellitenaufnahmen zeigen mehrere Tunneleingänge und zusätzliche Sicherheitsanlagen rund um das Areal.
100 Meter unter dem Berg
Experten schätzen, dass Teile der Anlage 80 bis 100 Meter unter der Bergoberfläche liegen könnten. Die Daten beruhen auf Satellitenbildern und Geländeanalysen. Sollte die Schätzung zutreffen, wäre eine Zerstörung selbst mit schweren bunkerbrechenden Bomben schwierig. Ob die Anlage tatsächlich außerhalb der Reichweite amerikanischer Waffen liegt, muss sich noch zeigen. Laut Trump könnte ein Angriff „relativ bald“ erfolgen.