Sie sind das einzige wirksame Mittel gegen Russlands ballistische Raketen. Nun dürfte die Ukraine tatsächlich ihr Ziel erreicht und Lizenzen zur Herstellung von US-amerikanischen Patriot-Abfangraketen erhalten haben.
„Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen“, erklärte der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Dienstag (Ortszeit) im Interview des Fox-News-Moderators Sean Hannity nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Er hofft dadurch, die Produktion der dringend benötigten Abwehrraketen selbst schneller steigern zu können. Das Weiße Haus hat bisher nicht auf die Aussagen Selenskyjs reagiert.
Stunden zuvor war Selenskyj noch vorsichtiger
Stunden zuvor hatte Selenskyj sich noch vorsichtiger ausgedrückt. Bei dem Treffen im Weißen Haus hätten er und Trump über die Luftabwehr des von Russland angegriffenen Landes gesprochen. Es sei um eine Stärkung der ukrainischen Flugabwehr gegen russische Raketenangriffe gegangen, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. „Der Präsident und ich haben über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen und andere Dinge, die helfen können“, schrieb er.
Treffen auch laut Trump „sehr gut“ verlaufen
Das Gespräch zwischen Trump und Selenskyj fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde. Der Republikaner ließ auf seiner Plattform Truth Social lediglich wissen, dass das Treffen mit Selenskyj „sehr gut“ gelaufen sei. Auch Selenskyj bezeichnete das Treffen in dem Interview bei Hannity als „sehr gut“.
US-Senat stimmt für schärfere Russland-Sanktionen
Unterdessen hat der US-Senat einen weitreichenden Gesetzentwurf für Sanktionen gegen die russische Energiewirtschaft auf den Weg gebracht. In einer ersten Verfahrensabstimmung stimmten die Senatoren am Dienstag mit 86 zu zwölf Stimmen für die Vorlage, die den wirtschaftlichen Druck auf Moskau wegen des Krieges in der Ukraine erhöhen soll. Der ukrainische Präsident verfolgte die Abstimmung im Kapitol. Der Entwurf würde Präsident Donald Trump die Befugnis geben, Zölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus Ländern wie China und Indien zu erheben, die in großem Umfang russisches Öl und Gas kaufen.
Der Entwurf ist noch mehrere Schritte von einer Verabschiedung entfernt und muss nach weiteren Abstimmungen im Senat auch vom Repräsentantenhaus gebilligt werden, das erst im September wieder zusammentritt. Dort könnte es zu einem Widerstand der Demokraten kommen.