Politik

Trump schwächelt – doch Demokraten droht Debakel

Trump schwächelt – doch Demokraten droht Debakel

Donald Trump steht unter Druck, seine Zustimmungswerte sind im Keller. Für die US-Demokraten könnte die Ausgangslage vor den Kongresswahlen am Dienstag kaum günstiger sein. Doch ausgerechnet jetzt droht die erhoffte „blaue Welle“ an den eigenen Problemen zu scheitern. Denn die Opposition kämpft gleich an mehreren Fronten - und Trump weiß diese Schwächen auszunutzen.

Nach ihrer bitteren Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2024 hoffen die Demokraten auf ein großes Comeback. Ihr Ziel: die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat zurückerobern und damit Trump in seiner verbleibenden Amtszeit das Leben schwer machen.

Eigentlich spielt ihnen vieles in die Hände. Trumps Zustimmungswerte sind niedrig, der Iran-Krieg und die hohen Energiepreise belasten die Stimmung. Doch drei große Probleme könnten den Demokraten einen Strich durch die Rechnung machen.

Problem 1: Niemand kann Trump das Wasser reichen
Seit Kamala Harris 2024 gegen Trump verlor, fehlt den Demokraten eine einende Führungsfigur. Ein Politiker vom Format eines Barack Obama, der die Partei geschlossen hinter sich versammeln könnte, ist nicht in Sicht.

Zwar gibt es prominente Köpfe im Kongress und in den Gouverneursämtern. Doch während es manchen an Bekanntheit fehlt, mangelt es anderen Kritikern zufolge an Charisma oder Durchschlagskraft. Niemand konnte sich bisher eindeutig an die Spitze setzen. Das könnte auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028 zum Problem werden.

Problem 2: Die Partei ist tief gespalten
Während sich die Republikaner weitgehend hinter Trump versammeln, streiten die Demokraten über ihren politischen Kurs. Gemäßigte Politiker wie Jon Ossoff und James Talarico setzen auf Alltagsthemen wie leistbares Wohnen und niedrigere Lebenshaltungskosten.

Der linke Parteiflügel fordert dagegen weitreichende Reformen, darunter eine allgemeine Krankenversicherung, mehr Klimaschutz und die Abschaffung von Studiengebühren.

Doch solche Positionen könnten gemäßigte Wähler abschrecken. Trump nutzt das bereits im Wahlkampf und bezeichnet politische Gegner als „Kommunisten“. Eine Auswertung der Denkfabrik Brookings Institution zeigt zudem, dass sich bei den parteiinternen Vorwahlen überwiegend gemäßigtere Kandidaten durchsetzen konnten.

Problem 3: Trumps Lager hat die größeren Geldreserven
Hinzu kommen finanzielle Sorgen. Die Parteizentrale der Demokraten kämpft Medienberichten zufolge seit Längerem mit Geldproblemen. Laut der „New York Times“ soll sie Dienstleister sogar gebeten haben, Rechnungen erst nach den Zwischenwahlen zu stellen.

Auf republikanischer Seite fließen dagegen enorme Summen. Tech-Milliardär Elon Musk soll rund 276 Millionen Dollar für das Umfeld von Trumps Partei bereitgestellt haben. Trump selbst kündigte an, bis zur Wahl mehr als 400 Millionen Dollar spenden zu wollen.

Das zeigt sich auch bei den prognostizierten Werbeausgaben: Während die Republikaner für die Senatswahlen fast eine Milliarde Dollar ausgeben dürften, sind es bei den Demokraten rund 625 Millionen Dollar. Im Repräsentantenhaus liegen beide Parteien mit jeweils rund 300 Millionen Dollar dagegen nahezu gleichauf.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Einzelne demokratische Kandidaten wie Jon Ossoff und James Talarico konnten jeweils rund 130 Millionen Dollar an Spenden einsammeln.

Wird die „blaue Welle“ zum Rohrkrepierer?
Für die Demokraten steht damit viel auf dem Spiel. Gewinnen sie beide Kongresskammern zurück, könnten sie Trump erheblich unter Druck setzen. Doch dafür müssen sie nicht nur unzufriedene Wähler mobilisieren, sondern auch ihre eigenen Probleme überwinden. Ob ihnen das gelingt, entscheidet sich am Dienstag.

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