Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland weitere Nadelstiche verpasst. Am Montag wurden mittels Drohnen und Marschflugkörpern ein Satellitenzentrum und eine wichtige Rüstungsfabrik getroffen.
Laut dem Gouverneur der Region Woronesch vernichtete die russische Flugabwehr zwar mehrere „fliegende Hochgeschwindigkeitsziele“ über der Stadt, zugleich räumte er Schäden in den Produktionshallen eines Unternehmens ein. Ein Brand in dem Werk sei gelöscht worden. Zudem seien die Fassaden mehrerer Wohnblocks und einige Autos beschädigt worden, schrieb Alexander Gussew auf Telegram.
Fabrik für elektronische Raketenteile getroffen
Der ukrainische Generalstab bestätigte später in einer Mitteilung den Angriff. Demzufolge wurde eine Fabrik getroffen, die elektronische Bauteile für Raketen produziert. Dadurch sei die Fähigkeit Russlands erheblich verschlechtert worden, neue Raketen zu produzieren, hieß es. Zum Einsatz seien luftbasierte Marschflugkörper gekommen. Diese werden von Flugzeugen abgeschossen.
Kiew verfügt über Marschflugkörper des britischen Typs Storm Shadow aus britischer Produktion. Die in sozialen Netzwerken kursierenden Bilder und Videos deuteten auf schwere Schäden am Werk hin. Woronesch ist nur etwas mehr als 180 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Satellitenzentrum: „Funktionstüchtigkeit nicht gestört“
Drohnen wiederum haben das Zentrum für Satellitenkommunikation in der Stadt Dubna 120 Kilometer nördlich von Moskau angegriffen. Den vom Generalstab in Kiew gemeldeten Angriff bestätigten später auch staatliche russische Stellen. „Die Funktionstüchtigkeit der TV-Ausstrahlung und des Nachrichtenverkehrs wurde nicht gestört“, teilte der Pressedienst des russischen Betreibers von Kommunikationssatelliten am Montag mit. Die Folgen des Angriffs würden beseitigt, Personal sei nicht zu Schaden gekommen, hieß es weiter in der Mitteilung. Die Ukraine machte keine Angaben zu den Folgen.
Das Zentrum in Dubna wurde zur Übertragung der Olympischen Spiele 1980 in Moskau eingerichtet. Später organisierte das Zentrum einen direkten Draht zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus. Ob das Zentrum auch für militärische Zwecke genutzt wird, ist nicht bekannt.