Politik

ÖVP-Ministerin als Drachentöterin ohne Drachen

ÖVP-Ministerin als Drachentöterin ohne Drachen

Was soll man von einer Partei halten, in der die einen hü und die anderen hott sagen? Die Rede ist von der Volkspartei, die nominell sogar den Bundeskanzler stellt.

Da war es etwa am Sonntag so, dass Karoline Edtstadler in ihrer Eigenschaft als Landeshauptfrau bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele klug austariert und mit viel Feingefühl über Putins bestialischen Feldzug gegen die Ukraine sprach.

Völlig anders klang tags zuvor Claudia Bauer, besser bekannt unter ihrem vorehelichen Familiennamen Plakolm. In ihrer Funktion, man will es kaum glauben, als Europaministerin, beklagte sie in einem bereits dem Tausendsassa Sebastian Kurz gewogenen deutschen Blatt einen angeblichen „Turbobeitritt“ der Ukraine zur EU.

In Wirklichkeit ist davon nirgendwo die Rede. Als Drachentöterin ohne Drachen weit und breit wird man so zur siegreichen Heldin. Aber wer im Diskontgeschäft der Pseudopolitik schnelle Punkte machen will, darf es mit der Realität nicht zu genau nehmen.

Immerhin ist die Ministerin auf dem besten Weg zu einer großen Nummer in Russland. Putins Propagandasender „Russia Today“ nahm die Wortmeldung der Europaministerin Claudia Bauer mit Handkuss. In schwierigen Zeiten ist dem Kreml jede Hilfe recht.

Kanzler Stockers Europaministerin wird sich freilich nicht mit dem Applaus aus Moskau begnügen müssen. Auch die Freunde der FPÖ werden jubeln. Nur blöd, dass die dennoch den Kickl wählen. Schließlich weiß man ja nie, wer bei der ÖVP am Ende das Sagen hat.

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