Politik

Was man über Marterbauers Erkrankung (nicht) weiß

Was man über Marterbauers Erkrankung (nicht) weiß

Am Montag schockte Finanzminister Markus Marterbauer die Nation mit  seiner Krebserkrankung. Obwohl er sehr offen kommunizierte, bleiben einige Fragen offen.

Am Sonntag postete Marterbauer ein Foto auf Instagram, es zeigt das Cover eines Buches. „Wochenendlektüre“ schrieb er dazu. „Winesburg, Ohio“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, 1919 erstmals erschienen, nun neu aufgelegt. Es geht um eine Kleinstadt, um Leben und um Tod.

Selbst von Diagnose überrascht?
Einen Tag später schockte der Finanzminister die Nation. Zunächst machte er hausintern publik, dass er an Krebs erkrankt sei, zehn Minuten später verschickte er ein E-Mail an die Chefredaktionen des Landes (siehe unten). Für den Großteil selbst seines Umfelds kam die Nachricht wie aus heiterem Himmel.

Er habe die Diagnose Lymphom erhalten, schreibt Marterbauer, es gebe dafür „gute Heilungschancen“. Noch am selben Tag begab er sich im Wiener AKH in Behandlung. Die Therapie werde drei Monate dauern. Seinen Amtsgeschäften will Marterbauer in der Zeit „vollkommen nachkommen“. Er appellierte gleichzeitig an die Medien, „respektvoll“ mit seiner Erkrankung umzugehen, die Zeit sei eine „emotionale Belastung“ für Familie, Freunde, Mitarbeiterstab.

Sprechen will er über die Diagnose nicht, sie dürfte auch ihn überrascht haben. Wann er sie genau erhalten hat, ist unklar. Marterbauer saß noch bis Freitag der vergangenen Woche bei der Budgetdebatte im Parlament, anzumerken war ihm nichts. Welche Auswirkungen die Therapie tatsächlich auf seine Arbeit haben wird, lässt sich momentan schwer abschätzen. Die Politik ist in Sommerpause, am 27. Juli gibt es aber etwa einen Sommerministerrat in Salzburg.

Die Politik reagierte betroffen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kanzler Christian Stocker wünschten „viel Kraft“, FPÖ-Chef Herbert Kickl zeigte sich „betroffen“. SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler schrieb: „Das letzte Jahr hast du dich um die Republik gekümmert, jetzt kümmere dich bitte gut um dich, mein Freund.“

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