Massenets „Werther“ zeigt, wie aus einer Schwärmerei eine der erfolgreichsten französischen Opern überhaupt wurde. Die Salzburger Festspiele zeigen heute, Dienstag, die konzertante Fassung des Opern-Klassikers.
Worum geht’s? Die Festspiele zeigen konzertant, wie eine Tragödie nicht aus Hass, sondern Anstand entsteht. Wer immer das Richtige tut, kann am Ende trotzdem das Leben aller Beteiligten zerstören.
Handlung: Mitten im Hochsommer studiert ein verwitweter Amtsmann mit seinen Kindern Weihnachtslieder ein. Der schwärmerische Werther besucht die Familie, verliebt sich in Charlotte und gesteht ihr seine Liebe. Sie weist ihn zurück, weil sie ihrer sterbenden Mutter versprochen hat, Albert zu heiraten. Als dieser zurückkehrt, bleibt Werther verzweifelt zurück. Monate später begegnen sich die Rivalen wieder. Albert gibt sich versöhnlich, Werther kann Charlotte nicht vergessen. Sie bittet ihn, sie erst zu Weihnachten wiederzusehen. Charlottes Schwester Sophie, die ihn liebt, bleibt weinend zurück.
Zu Weihnachten liest Charlotte Werthers Briefe und erkennt ihre eigenen Gefühle. Als Werther überraschend erscheint und einen Kuss verlangt, weist sie ihn erneut ab. Er erbittet von Albert dessen Pistolen. Charlotte begreift zu spät, was er vorhat, findet Werther sterbend und gesteht ihm ihre Liebe. Zum Tod erklingt das Weihnachtslied, das die Kinder im Sommer geprobt hatten.
Angeberwissen für die Pause: Jules Massenet war nach einer Deutschlandreise so begeistert von Goethes „Werther“, dass ihn der Stoff nicht mehr losließ. Aus der Schwärmerei wurde eine der erfolgreichsten französischen Opern überhaupt.
Larissa Schütz