Wegen Untreue: Urteil gegen Ex-Stadtchef erwartet
Der ehemalige Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) steht morgen, Freitag, erneut wegen des Verdachts der Untreue vor Gericht. Er gab Gutachten in Auftrag, obwohl er selbst Informationen weitergab. Wie der Prozess ausgeht, ist völlig offen.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein Gutachten, das der frühere Bürgermeister Klaus Luger im Zuge der LIVA-Affäre (Brucknerhaus) in Auftrag gegeben hat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem einst mächtigen Politiker vor, das Gutachten, mit dem letztlich auch sein eigenes Fehlverhalten in der Affäre untersucht wurde, auf Kosten der stadteigenen Veranstaltungsgesellschaft – kurz LIVA – bestellt zu haben. Kostenpunkt: rund 19.000 Euro.
Diese Summe hat Luger längst zurückgezahlt. Zunächst wurde das Strafverfahren auch diversionell erledigt, diese Entscheidung wurde allerdings vom Oberlandesgericht aufgehoben.
Deshalb steht Luger in dieser Causa morgen zum zweiten Mal vor Gericht. Dabei soll die Frage geklärt werden, ob er das Gutachten explizit wegen der von ihm an den späteren LIVA-Geschäftsführer Dietmar Kerschbaum weitergegebenen Fragen in Auftrag gegeben hatte oder ob es um eine generelle juristische Bewertung der Vorgänge innerhalb der LIVA ging.
Das war nach dem ersten Verhandlungstag am 3. Juli und der Aussage von Lugers Anwalt nicht mehr ganz klar – weshalb die Richterin für morgen zusätzliche Zeugen geladen hat. Die Verhandlung ist von 13 bis 16 Uhr anberaumt. Laut Gericht ist an diesem Tag mit einem Urteilsspruch zu rechnen.