Mit „Krieg und Frieden“ bringen die Festspiele Reichenau ab heute Leo Tolstois berühmten Roman an einen außergewöhnlichen Spielort: in das historische Südbahnhotel am Semmering. Regie führt Philipp Hauß.
Nüchtern betrachtet, ist es ein trauriger alter Kasten. Aber sobald wir unsere Scheinwerfer aufstellen und es im alten Glanz erstrahlt, hat man plötzlich ein Bühnenbild, das man so nie bauen könnte“, schwärmt Reichenau-Intendantin Maria Happel vom Südbahnhotel.
Ab heute wird es wieder zum Theaterraum, wenn die Bearbeitung von Tolstois Klassiker „Krieg und Frieden“ in den opulenten Sälen mit Jahrhundertwende-Flair Premiere hat. Philipp Hauß inszeniert die neue Stückfassung von Nicolaus Hagg, es spielen unter anderem Emese Fay, Johanna Mahaffy, Noah Saavedra, Martin Schwab und Tim Werths.
Im Zentrum stehen die ganz großen Themen der Menschheit - Liebe und Leid, Hoffnung und Verlust. Für den Schauspieler Noah Saavedra hat das Werk nichts an Aktualität verloren: „Das, was 1868 gültig war, als Leo Tolstoi den Roman vollendete, ist im Jahr 2026 noch immer gültig. Dieser Roman ist ein Anti-Kriegs-Roman, und so versuchen wir ihn auch zu erzählen.“
Schönheit und Vergänglichkeit
Eine Produktion, die ein vielschichtiges Theatererlebnis zwischen Licht und Schatten, Schönheit und Vergänglichkeit verspricht – und das auf eine sehr sinnliche Weise, wie Maria Happel erzählt: „Dass der große Kulissenschieber ganz oben uns jeden Tag eine neue Kulisse zaubert, je nachdem, ob man bei Gewitter spielt oder bei Sonnenschein. Das ist unbezahlbar.“