Politik

Werden verbotene Pestizide wieder zugelassen?

Werden verbotene Pestizide wieder zugelassen?

Das französische Parlament will zwei bereits verbotene Insektengifte in Ausnahmefällen wieder genehmigen und sorgt damit für einen Riesenwirbel im Land. Umweltministerin Monique Barbut erwägt offenbar ihren Rücktritt aus Protest gegen das Gesetz.

Konkret geht es um die Wiederzulassung von zwei Insektengiften, die als Bienenkiller gelten. Die Wirkstoffe Acetamiprid und Flupyradifuron waren in Frankreich wegen ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung bereits verboten, sind in anderen EU-Ländern aber noch zugelassen. Landwirte forderten ihre Wiederzulassung, um etwa rote Rüben vor Schädlingen zu schützen. Die beiden Insektizide sind in Österreich zur Bekämpfung von saugenden Schädlingen wie Blattläusen und Weißen Fliegen erlaubt, stehen aber wegen ihrer Giftigkeit für Bienen und Bestäuber auch hierzulande in der Kritik von Naturschützern.

Die französische Nationalversammlung verabschiedete in der Nacht auf Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf, der auch im Regierungslager heftig umstritten ist. Die letzte Abstimmung des Senats am Abend gilt als Formsache.

Wovor Wissenschaftler und Umweltschützer warnen
Das Gift wirke nicht nur gegen die Insekten, gegen die es eingesetzt wird, sondern auch gegen Bienen und andere Insekten, die Pollen übertragen, betonen Wissenschaftler und Umweltschützer. Der Stoff verbreite sich in der Umwelt und beeinträchtige die menschliche Gesundheit. Nach wissenschaftlichen Studien gibt es Hinweise auf Entwicklungsstörungen bei Embryonen und auf eine Verringerung von Eizellen.

Im vergangenen Jahr war ein Versuch gescheitert, den Wirkstoff Acetamiprid wieder unter Auflagen zuzulassen. Der Gesetzentwurf hatte eine Protestwelle ausgelöst, mehr als zwei Millionen Menschen unterzeichneten eine Petition dagegen.

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