Neue Buhlschaft, ein ungewohnt freizügiger Philipp Hochmair und prominente Gäste: Schon vor der „Jedermann“-Premiere am Samstagabend in Salzburg war einiges los. Roxane Duran sprach mit der „Krone“ über ihre neue Rolle, Hochmair erklärte seine Nacktszenen – und auf dem Domplatz wurde nicht nur über Theater geredet ...
Jedes Jahr wird der Salzburger Domplatz zur wohl berühmtesten Theaterbühne des Landes, wenn Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen zu neuem Leben erwacht. Heuer kehrt die opulente und zugleich zeitgenössische Inszenierung von Robert Carsen bereits zum dritten Mal zurück – erneut mit Philipp Hochmair in der Titelrolle, erstmals jedoch mit Roxane Duran als Buhlschaft.
Schon in den Tagen vor der Premiere wurde eifrig diskutiert. Zunächst sorgte das Buhlschaftskleid für Gesprächsstoff: Die Robe von Vorgängerin Deleila Piasko wurde für Duran neu adaptiert oder besser gesagt nachhaltig verarbeitet. Kurz darauf rückte aber vor allem Hochmair in den Mittelpunkt. Erste Probenbilder zeigten den 52-Jährigen deutlich freizügiger als in den vergangenen Jahren – und genau darüber wollte am Premierenabend plötzlich jeder sprechen.
Während sich Sonne, Regen und Wolken davor abwechselten, säumten zahlreiche Schaulustige den Bereich rund um das Festspielhaus. Die Hoffnung: vielleicht doch einen Blick auf den Cast zu erhaschen. Und tatsächlich ließ sich die neue Buhlschaft nicht lange bitten.
Die eine in Jeans, der andere barfuß
Ganz entspannt spazierte Roxane Duran noch im Jeans-Look durch, bevor es für sie in die Maske ging. Als die „Krone“ sie auf den Anruf ansprach, mit dem sie erfuhr, dass sie die neue Buhlschaft wird, konnte sie es nicht glauben: „Es ist eine Riesen-Ehre.“ Außerdem findet sie es keineswegs ungewöhnlich, dass Hochmair heuer noch mehr Haut zeigt: „Es ist ein starker Entschluss, den Robert Carsen unterstützt. Ich finde es faszinierend, wie Philipp seine Figur jedes Jahr weiterentwickelt und dabei neue Grenzen auslebt. Das können wir alle bewundern“, sagt sie, ehe sie ins Festspielhaus zum Styling verschwindet.
Nur wenige Minuten später begegnete auch Hochmair den Fragen mit Gelassenheit. Barfuß, mit dem Fahrrad unterwegs und bestens gelaunt, nahm er sich noch Zeit für die wartenden Fans. Was ihm an Salzburg besonders gefällt? „Jeder Tag ist eine Überraschung. Ich habe gerade einen kleinen Rave gesehen – ich finde die Stadt geil. Neue Schauspielerinnen, Veränderungen, das Wetter ist wild“, sagt er grinsend.
Auf seine viel diskutierten Nacktszenen angesprochen, wird der Schauspieler aber dann doch kurz ernst. „Das ist im Stück ein sehr ernstes Thema. Der Jedermann stirbt ja nackt. Das ist weder provokant gemeint, noch soll es irritieren. Es ist etwas ganz Natürliches.“ Erst danach schiebt er mit einem Schmunzeln nach: „Ich finde es gar nicht so schlimm. Ich finde es ein bisschen affig.“
Ein besonderes „Stück“
Während sich die Darsteller also auf ihren großen Auftritt vorbereiteten, füllte sich der Domplatz mit bekannten Gesichtern aus Kultur, Wirtschaft und Society. Pianistin Donka Angatscheva zählt längst zu den Stammgästen: „Dieses Stück ist etwas ganz Besonderes. Es berührt uns alle – Menschlichkeit, Vergänglichkeit und Liebe – alles ist dabei. Ich bin jedes Jahr gerne hier.“ Hochmairs Freizügigkeit sieht sie gelassen. „Kunst darf vielseitig sein. Wenn es geschmackvoll und überzeugend umgesetzt ist, spricht nichts dagegen.“ Und welche Rolle sie selbst übernehmen würde? „Natürlich den Jedermann“, lacht sie. Ob eine Frau die Titelrolle eines Tages tatsächlich spielen könnte? Festspielpräsidentin Kristina Hammer reagierte grinsend: „Schauen wir mal.“
Nicht entgehen ließen sich den Premierenabend unter anderem auch Gery Keszler mit seinem Partner, Marlies Meissnitzer sowie Designerin Caroline Sinemus, die den Domplatz kurzerhand zum Catwalk machte. Auf die Gerüchte rund um sie und Hochmair reagierte sie lediglich mit einem Kichern – mehr war ihr dazu nicht zu entlocken.
Wer neben der heimischen Prominenz auch das berühmte Stück in all seinen Facetten erleben möchte – und damit ist diesmal tatsächlich das Theaterstück gemeint -, hat noch bis 25. August Gelegenheit, Philipp Hochmair und die neue Buhlschaft Roxane Duran auf dem Domplatz zu sehen.