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Wien Museum zeigt die dunkle Macht der Farben

· Culture

Das Wien Museum zeigt in der umfangreichen Schau „Farbenspiel“ farbenprächtige Mode aus vier Jahrhunderten.

„Farbe ist eine Kraft, die die Seele direkt beeinflusst“, schreibt der deutsche Expressionist Franz Marc; Goethe meint in seiner Farbenlehre, „die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden“. Und für Picasso war Farbe „ein Werkzeug des inneren Gefühlslebens, um ein inneres, geistiges Licht“ auszudrücken. Zitate, die zeigen, wie eng Farbe, Persönlichkeit und Emotion zusammenhängen.

Als Titel für ihre Ausstellung über Mode aus vier Jahrhunderten im Wien Museum wählten die Kuratorinnen Michaela Lindinger und Regina Karner „Farbenspiel“: Sag mir, welche Farbe du liebst und ich sag dir, wer du bist, wandeln sie den Satz des berühmten Gourmetkritikers Jean Brillat-Savarin über den Zusammenhang von Essen und Persönlichkeit ab.

Rot, Grün, Blau, Weiss, Gelb, Schwarz und Bunt sind Abteilungen gewidmet, in denen sie an 350 Kleidern, Anzügen und Asscessoires aus der Sammlung von 25.000 Objekten die Kulturgeschichte der Farben inszenieren.

Spannend, zu entdecken, wieviel Einfluss etwa Rot und Schwarz auf Mode, Gesellschaft, Macht und Politik seit 400 Jahren haben. Ein faszinierendes Schauvergnügen, hinter dem man die dunkle Macht der Farben ahnt: ein Bühnenanzug Falcos, Coco Chanels „kleines Schwarzes“, ein Ballkleid Kaiserin Elisabeths, Wiener Kreationen Fred Adlmüllers und Helmut Langs, „Schräges“ der 1950er und Levi Strauss’ Blue Jeans, deren Vorläufer bei den Goldgräber zu finden ist, oder Jean-Paul Gaultiers Sommeranzug für Bogy (1987). Dazu Accessoires. Schuhe mit Klotzabsätzen, Badehosen, Schirme, skurrile Hüte (bis 28. März).