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„Wilder“ Dengler: „Haben ein schwaches Parlament“

· Politics

Nach seinem Ausschluss aus den NEOS nahm der pinke Mitgründer Veit Dengler am Sonntagabend in der „ZiB 2“ Stellung zu den Vorfällen. Erneut ritt er dabei harte Attacken gegen die Partei und Frontfrau Beate Meinl-Reisinger.

Entzunden hatte sich der Streit an der Parteienförderung. Dengler hatte sich dagegen ausgesprochen, sie zu erhöhen – und das im Alleingang, öffentlich in der Nationalratssitzung. Eine interne Krisensitzung im Anschluss habe der Parteimitgründer aufgezeichnet, das habe das Fass zum Überlaufen gebracht. „Sie war nicht geheim, das Handy lag vor mir und ich habe den Knopf gedrückt“, erklärt sich Dengler gegenüber Moderator Martin Thür. Er habe die Aufzeichnung für alle sichtbar gelöscht.

Wie auch schon in der „Krone“ nahm Dengler sich kein Blatt vor den Mund: Schon wenige Minuten nach der Sitzung habe er keinen Zugang mehr zu seinen NEOS-Accounts gehabt, so Dengler. Die Partei habe sich gewandelt, „Widerstand wird nicht geduldet.“ 

„Wir haben ein schwaches Parlament“
Doch warum machte der Steirer den unabgesprochenen Alleingang? „Seit 15 Jahren versprechen wir, die Parteienförderung zu halbieren, und ich möchte mich in Graz im Gasthaus nicht hinsetzen und das erklären müssen.“ Er habe befürchtet, vom Klubobmann die Redezeit gestrichen zu bekommen, hätte er das Thema vorab bekannt gegeben.

NEOS habe eigentlich eine diskussionsfreudige DNA, er habe das nutzen wollen, so Dengler. Als Unabhängiger – „wild“ will er sich nicht nennen lassen – habe er jetzt deutlich mehr Redezeit und könne mehr umsetzen als im pinken Klub. „Wir haben ein schwaches Parlament“, erklärt er seine Hoffnung, ohne Clubzwang auf Themen aufmerksam machen zu können. Dass das nur bedingt funktioniert, zeigen prominente „wilde“ Vorgänger und Vorgängerinnen – wie etwa Philippa Strache.

Mit Veit Dengler scheidet binnen relativ kurzer Zeit das zweite prominente Gründungsmitglied aus der Partei aus: Im Vorjahr beendete Stephanie Krisper ihre pinke Karriere.