Wie sieht es mit der Verteilung der Geschlechter in hohen Management-Positionen im oberösterreichischen Landesdienst aus? Dieser Frage geht in regelmäßigen Abständen der SPÖ-Klub nach. Die Antwort von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zeigt: Die Top-Verdiener kommen aus den Reihen der Männer.
Die SPÖ-Frauen Sabine Engleitner-Neu und Renate Heitz bohren regelmäßig per schriftlicher Anfrage bei Landeshauptmann und Personalreferent Thomas Stelzer (ÖVP) nach, wie es mit der Verteilung der Geschlechter im Landesdienst aussieht. Sie kommen zum Schluss: „Wer beim Land OÖ gut verdienen möchte, sollte am besten ein Mann sein.“
Zu den Fakten: Jene Beschäftigten im Einfluss des Landes, also in der Landesholding, die mehr als der LH verdienen, sind ausschließlich Männer. Hier spricht man etwa von der Hypo OÖ, der Lawog oder zum Zeitpunkt der Erhebung 2025 von der OÖ Gesundheitsholding. Auch interessant: Waren es bei der letzten Abfrage noch zehn Männer, die mehr als der LH verdienten, sind es in der aktuellen Beantwortung bereits zwölf. Namen nennt Stelzer darin natürlich nicht.
37 zu 18 für die Männer
Im Top-Management, also etwa in den Direktionen des Amtes der OÖ. Landesregierung, orten Engleitner-Neu und Heitz ebenfalls ein Ungleichgewicht. Hier stehen 37 Männer in den höchsten Positionen 18 Frauen gegenüber – darunter etwa Finanzdirektorin Christiane Frauscher oder Magdalena Bigonski. Beide sind aktuell höchst gefordert. Frauscher wegen der angespannten finanziellen Lage, Bigonski als Leiterin der Direktion Inneres & Kommunales und wegen der Pass-Affäre in der Gruppe Staatsbürgerschaft, die sich kraft Amtes in ihrer disziplinarischen Verantwortung befindet.
Im gehobenen Management sind 358 Männer und 269 Frauen beschäftigt, bei den niedrigsten Gehaltsstufen im Landesdienst, also LD 25, sind aktuell 62 Männer und 482 Frauen. Im Vorjahr stand es noch 66:455. SPÖ-Abgeordnete Heitz sagt: „Es verschiebt sich also weiter zum Nachteil der Frauen. Gezielte Frauenförderung, etwa durch frauenspezifische Ausschreibungen, wäre ein längst überfälliger Schritt.“