73 Prozent fordern: Babler soll als Minister gehen
Die „Lösung“ der Führungsfrage in der SPÖ stößt auf große Skepsis. Das belegt eine neue „Krone“-Umfrage. Fast drei Viertel wollen, dass Noch-Parteichef Andreas Babler ganz zurücktritt. Zudem brauche es neben neuen Köpfen auch eine neue inhaltliche Ausrichtung – und weniger Streit.
Gegen 22 Uhr stieg vor einer Woche und einem Tag so etwas wie weißer Rauch über dem Wiener Steigenberger-Hotel auf. Beim Konklave rund um die SPÖ-Führung hatte man sich auf einen „personellen Prozess“ geeinigt.
Anstatt einen neuen Vizekanzler und Parteichef statt Andreas Babler zu präsentieren, verpasste man ihm eine Schonfrist, mit Klubchef Philip Kucher und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner zwei geschäftsführende „Aufpasser“ und mit Finanzminister Markus Marterbauer einen noch krebskranken Nachfolger als Vizekanzler. Eine Notlösung oder der Neustart, den die SPÖ nun gebraucht hat?
Kein Neustart: Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) im Auftrag der „Krone“ sehen darin nur vier Prozent einen Neustart. 80 Prozent halten die „Lösung“ für ungeeignet, 66 Prozent die Doppelspitze rund um Babler für „keine gute Lösung“ (siehe Grafik).
Mehrheit für echten Rückzug: Babler, der – je nach Marterbauers Genesungsverlauf – sein Amt als Vizekanzler „im Frühjahr“ an Marterbauer übergeben wird, will danach ja zumindest aber Medienminister bleiben. Nur wollen das 73 Prozent der Befragten nicht.
Mehr Geschlossenheit: Eher brauche die SPÖ eine personelle und inhaltliche Neuausrichtung sowie mehr Geschlossenheit.
„Die Bürger haben wenig Verständnis für politische Selbstbeschäftigung“, fasst IFDD-Chef Christoph Haselmayer zusammen. Zumindest eines attestieren die Befragten Babler aber doch: 47 Prozent sind der Meinung, dass er sich beim roten Showdown eher durchgesetzt hat als die ihn absägenden Landesparteichefs (36 Prozent) ...