Nach 14 Jahren Machtanspruch stürzt eine studentische Bewegung das Regime von Langzeit-Herrscher Aleksandar Vučić. Auf den Straßen Belgrads herrscht Freudentaumel. Doch wie konnte den Studierenden dieses Wunder gelingen – und steuert das Land jetzt gen EU?
In Serbien hat ein politisches Beben das Land erschüttert: Nach den Parlamentswahlen hat die oppositionelle Studentische Liste mit rund 53 Prozent die absolute Mehrheit geholt. Langzeit-Machthaber Aleksandar Vučić räumte seine Niederlage überraschend früh ein. Europaweit fieberten Auslandsserben in Konsulaten mit, es bildeten sich vielerorts lange Schlangen. Die Wahlbeteiligung kletterte auf historische 70 Prozent – ein Höchstwert seit drei Jahrzehnten.