AfD-Lauf geht unaufhaltsam weiter: Das sagt Kickl
Der Ausgang der Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wurde inzwischen auch von FPÖ-Chef Herbert Kickl kommentiert. Unterdessen zeigt sich der Zentralrat der Juden „zutiefst besorgt“ über den Erfolg der Linke in der deutschen Bundeshauptstadt.
Kickl sprach am Sonntagabend von „politischen, tektonischen Verschiebungen“ im Nachbarland. „Wir beobachten hier nicht bloß das Auswechseln politischer Mandatare, sondern das unaufhaltsame Abendrot einer verkrusteten Epoche“, betont der blaue Frontmann.
Die Wähler hätten seiner Ansicht nach dem „System Merz“ das Vertrauen entzogen und sprechen eine Sprache, „die in ihrer Klarheit selbst durch die dicksten Mauern der Berliner Machtzentralen dringen muss“.
„Wird auch bald in Österreich Realität werden“
Kickl weiter: „Es ist der natürliche Lauf der Geschichte, dass alte Strukturen, die ihren Zenit längst überschritten haben, irgendwann unter dem Gewicht ihrer eigenen Entfremdung zusammenbrechen. Jeder Stimmzettel ist ein leises, aber unüberhörbares Machtwort des Souveräns, das die verbleibende Kraft des Systems Stück für Stück erodieren lässt. Diese freudigen Vorboten eines kommenden Systemwechsels werden auch in Österreich bald Realität werden.“
„Tiefgreifende Realitätsverweigerung“ bei Merz
Dass der deutsche Kanzler an seinem Amt festhalten wolle, sei „tiefgreifende Realitätsverweigerung“, formulierte der Oppositionsführer. Merz verkenne die Zeichen der Zeit völlig, wenn er glaube, das Ruder noch herumreißen zu können. Zugleich gratulierte er der AfD, „die mit diesen Wahlerfolgen eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie die CDU als bestimmende konservative Volkspartei abgelöst hat“.
Zentralrat der Juden üben scharfe Kritik an der Linkspartei
Unterdessen herrscht beim deutschen Zentralrat der Juden große Besorgnis – und zwar in erster Linie wegen des Wahlergebnisses in Berlin. „Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst“, betont Präsident Josef Schuster. Er warf der Linken vor, im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen zu sein.
Auf einer Wahlkampfbühne sei zur Intifada und zum Tod israelischer Soldaten aufgerufen worden, während Zuschauer dazu gesungen und getanzt hätten. „Bis heute gab es keine personellen oder politischen Konsequenzen“, kritisiert Schuster.