AKH warnt wegen Uni-Budget: „Abteilungen sperren“
Der Streit um die geplanten Einsparungen bei Österreichs öffentlichen Universitäten geht weiter. Nun richtet sich auch das größte Krankenhaus des Landes, das AKH Wien, mit einem dramatischen Appell an die Politik.
Die Fronten im Budgetstreit bleiben verhärtet. Aktuell wird das Uni-Budget für die Jahre 2028 bis 2030 verhandelt. Entschieden werde damit aber auch über die Gesundheitsversorgung, warnt das AKH.
Denn für die MedUni Wien würde das um ein rund 14 Prozent geringeres Budget bedeuten, rechnet der Betriebsrat. An der Universität, deren Mittel fast vollständig (rund 90 Prozent) in Personal fließt, heißt das: Rund 200 ärztliche Stellen am AKH sowie weitere 500 Stellen im vorklinischen Bereich und der Verwaltung wären nicht mehr finanzierbar, die Folgen laut Betriebsrat verheerend.
Drohende Abteilungsschließungen
Am AKH könnte sich die Versorgung massiv verschlechtern, so die Mitarbeitervertretung. Fehlt Personal, müssten OP-Säle, Ambulanzen und Betten – eventuell ganze Abteilungen – gesperrt werden. Besonders gefährlich ist das für Schwerkranke, etwa Krebspatienten. Auch der 24-Stunden-Betrieb stehe auf dem Spiel: Ohne ausreichende Finanzierung könne die Grundlage für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste wegfallen.
Freitagfrüh wurde der offene Brief an Finanzminister Markus Marterbauer, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, sowie an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (alle SPÖ) versandt. Die Bundesregierung kommt morgen im Bundeskanzleramt in Wien zu einem – wie es offiziell heißt – „Arbeitstreffen“ zusammen. Auch das Thema der Uni-Budgets steht dabei auf der Tagesordnung.