Die liebevolle Kritik an der Provinz geht in die Verlängerung: August Schmölzer präsentiert heute in Graz seinen zweiten „Heimat“-Roman. Auch ein neuer Essay-Band des Schauspielers und Autors ist erschienen.
Als Schauspieler ist August Schmölzer längst eines der bekanntesten Gesichter der Steiermark. Mit seinem Roman „Heimat“ hat er sich 2024 auch in die Herzen vieler (nicht nur) steirischer Leser geschrieben. Denn mit der Geschichte über einen pensionierten Gendarmen, der sich am Hof einer alten Bäuerin in der Südweststeiermark niederlässt und dort zum Zeugen wird, wie große und kleine Wunden der Vergangenheit wieder aufbrechen, als eine Leiche auftaucht, hat er einen spannenden Spagat geschafft: Das Buch ist eine unterhaltsame Liebeserklärung an die Provinz – zugleich aber auch eine konsequente Abrechnung mit Heimattümelei.
Nun taucht Schmölzer in der Fortsetzung „Heimat – Die Rückkehr“ wieder ein in den Kosmos des ersten Romans, der im fiktiven Dorf St. Vinzenz spielt. Viele der Figuren des ersten Teils leben freilich immer noch dort – doch dazu kommen nun etwa auch ein Dichter, der als „berühmter Sohn“ des Ortes gilt und nach seiner Heimkehr den Menschen im Ort den Spiegel vorhält. Auch ein theaterbesessener Pfarrer mit großen Gefühlen und ein syrischer Flüchtling, der das Dorfgasthaus übernimmt, tauchen auf. Da sind neue Konflikte wohl kaum zu vermeiden.
Feine Menschenkenntnis
Einmal mehr besticht der Autor darin mit feiner Menschenkenntnis – eine Qualität, die auch für das zweite Buch gilt, das er dieser Tage veröffentlicht: Als Essayist ist Schmölzer unter dem Pseudonym Sepp Oberdengler aktiv – und blickt als solcher kritisch auf die Heimat und die Welt. Als „Oberdenglers Wahrheiten“ sind diese nun gesammelt erschienen.
Der Roman „Heimat – Die Rückkehr“ (240 S., 24€) und auch der Essay-Band „Oberdenglers Wahrheiten“ (160 S., 20€) sind im Verlag Edition Keiper erschienen. Heute um 19 Uhr präsentiert er beide Bücher bei einer Lesung im Steiermarkhof in Graz.