Australien zitiert nach einem Hackerangriff durch einen KI-Bot auf das heimische Gesundheitssystem die Chefs der US-Firmen OpenAI und Anthropic vor einen Senats-Untersuchungsausschuss. Die Firmenchefs Sam Altman und Dario Amodei hätten Aufforderungen erhalten, bei der Untersuchung zu erscheinen. „Es gibt ernste Fragen, die Sam Altman zum Hack von Regierungswebseiten durch OpenAI beantworten muss“, erklärte Senatorin Sarah Hanson-Young am Sonntag in einer Mitteilung.
Die öffentlichen Anhörungen sollen am Donnerstag in der Hauptstadt Canberra stattfinden. Altman und Amodei müssten sich „den Fragen des Senats stellen und ein ehrliches Gespräch darüber führen, wie eine wirksame, dauerhafte Regulierung dieser Branche aussehen sollte“, betonte Ausschussvorsitzende Hanson-Young. OpenAI und Anthropic reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Albanese: Vorfall sei „inakzeptabel“
Der australische Ministerpräsident Anthony Albanese hatte den Hackerangriff auf die Datenbank des staatlichen Gesundheitssystems Medicare im Juni erst am Donnerstag öffentlich gemacht. Ein außer Kontrolle geratenes Programm des KI-Anbieters OpenAI hatte sich der australischen Regierung zufolge unbefugten Zugang zu einem staatlichen Internetportal verschafft. Dabei habe das Programm, das Informationen über öffentliche Gesundheitsausgaben sammeln sollte, auf Statistiken der staatlichen Krankenversicherung zugegriffen. Albanese nannte den Vorfall „inakzeptabel“ und sagte, er habe gegenüber Altman „extreme Besorgnis“ geäußert.
OpenAI teilte mit, erst im August von dem Vorfall erfahren zu haben. Es habe sich um einen von mindestens vier unabsichtlichen Zugriffen auf australische Regierungswebseiten gehandelt, bei denen keine privaten Informationen gefährdet gewesen seien.
In den vergangenen Monaten hatten sich hoch entwickelte KI-Programme - sogenannte KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend eigenständig erledigen - wiederholt verselbstständigt. Sie umgingen Sicherheitsvorkehrungen und drangen in die IT-Systeme Dritter ein.