Autofahrer auf der Krim bekommen wieder Sprit
Nach wochenlangen Treibstoffengpässen bekommen Autofahrerinnen und Autofahrer auf der Krim jetzt wieder Sprit. Allerdings gibt es weiterhin Einschränkungen und die Preise sind dreimal so hoch wie in Moskau. Die Ursache der schlechten Versorgungslage sind die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Transportrouten.
Laut einer Einschätzung der Zeitschrift „Osteuropa“ standen die russischen Besatzungstruppen gar kurz vor einem logistischen Kollaps. Jedoch habe sich die Situation wieder stabilisieren können, da die militärische Führung in Kiew ihre Angriffe auf „zu viele verschiedene Ziele verteilt“ habe. Ende Mai hatten die von Moskau eingesetzten Behörden auf der Krim Beschränkungen beim Verkauf von Benzin und Diesel eingeführt. Tagelang gab es Kraftstoff nur für staatliche Stellen oder gegen spezielle Bezugsscheine. Auch viele russische Regionen limitierten den Verkauf. Der Kreml reagierte mit Exportverboten für Diesel und Benzin. Das Verbot für die Ausfuhr von Benzin gilt gar bis Ende Jänner 2027.
Nun hat sich die Situation etwas gebessert. Die Besatzungsbehörden stellten Karten bereit, die Dutzende Tankstellen auf der Halbinsel mit verfügbarem Benzin und Diesel zeigen. In der größten Stadt Sewastopol geben Tankstellen – je nach Kraftstoffart – aber weiter nur maximal 20 oder 40 Liter an die Autofahrerinnen und Autofahrer ab. Zudem sind mehrere Sorten weiter nur mit Bezugsscheinen erhältlich.
Benzin für Stromgeneratoren nötig
Bürgerinnen und Bürger dürfen auch wieder Benzin in Kanister füllen, um Stromgeneratoren zu betreiben. Vor allem im Norden und Westen der Halbinsel gibt es immer wieder stundenlange Stromausfälle. Auch Wasserpumpen fallen aus, Wasser wird nur stundenweise bereitgestellt.
Unterdessen verliert ein sanktionierter Tanker aus Russland vor der Küste des Oman Öl. Satellitenbilder zeigen einen dunklen Ölteppich, der sich in den vergangenen Tagen ausgebreitet hat. Mindestens eine der Hüllen des Rohöltankers dürfte gebrochen sein, sagte ein Vertreter der niederländischen Organisation Pax. Das Leck befindet sich ausgerechnet in der Nähe eines geschützten Meeresgebiets. Die Monsunzeit in der Region, die normalerweise im Juli und August ihren Höhepunkt erreicht, könnte das Rohöl nun rasch verteilen.
Hier sehen Sie ein Bild von dem Tanker:
An Bord des Tankers gab es eine Explosion, die Ursache ist bisher unklar. Das Schiff wurde wegen des mutmaßlichen Transports von russischem Treibstoff von der EU und Großbritannien sanktioniert. Es wird der Schattenflotte zugerechnet, mit der der Kreml versucht, westliche Sanktionen gegen seine Ölexporte zu umgehen.