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Babler und Zeiler gemeinsam bei „Kreisky“-Premiere

· Politics

Rotes Promi-Treffen mitten in der SPÖ-Krise: Der neue Kreisky-Film lockte sowohl Parteichef Andreas Babler als auch seinen Herausforderer Gerhard Zeiler ins Kino. Unterdessen nimmt der Plan der roten Länderchefs Gestalt an. Die Unterstützung für Zeiler kommt aber nur mühsam in Fahrt.

Als am längsten amtierende Regierungschef der Zweiten Republik war Bruno Kreisky zweifellos eine der prägendsten Poli-Persönlichkeiten Österreichs. Das war auch bei der Premiere von „Bruno – der junge Kreisky“ im Wiener Gartenbaukino nicht von der Hand zu weisen. Die Polit- und Promidichte war dementsprechend groß, als Kult-Regisseur Harald Sicheritz am Dienstagabend seinen neuesten Film der Öffentlichkeit präsentierte.

Und es kam es gleich zu einer Premiere auf der Premiere: Der Kinoabend führte zu einer pikanten Zusammenkunft der möglichen Konkurrenten um den Parteivorsitz in der SPÖ. Andreas Babler traf auf Herausforderer Gerhard Zeiler, der den Film übrigens mit finanziert hatte. Auch Christian Kern, der Babler im Februar stürzen wollte, ließ sich den Film nicht entgehen.

Zeiler gab sogar Autogramme und sagte, das Treffen mit Babler werde „wunderbar“. Aber: „Heute sind wir hier, um den Film anzuschauen.“

Schon sechs Länder für SPÖ-Krisengipfel
Und auch in Sachen Parteivorsitz geht es weiter: Die ersten Landesparteichefs wagen sich sachte aus der Deckung. Nach der Kampfansage Gerhard Zeilers in der „Krone“ will Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner, wie berichtet, die roten Landeschefs an einen Tisch holen. Der als „Arbeitstreffen“ titulierte Termin soll noch im Oktober stattfinden. Die nächste reguläre Sitzung des Bundesparteivorstands ist erst für den 6. November anberaumt. Der SPÖ drohen 38 Tage Selbstzerfleischung.

Das soll mit dem „Arbeitstreffen“ verhindert werden. Kärnten wünscht sich als Austragungsstätte Wien oder einen zentral gelegenen Treffpunkt in Österreich. Und auch wenn weiterhin öffentlich Unterstützungserklärungen für Zeiler – aber auch für Babler – ausbleiben, zeichnet sich schon ab, wer zu dem Treffen kommen wird.

Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher will sich „für ein Treffen der Landesparteivorsitzenden einsetzen“, Mario Leiter aus Vorarlberg wird die Kärntner Initiative wohl auch unterstützen. Salzburgs Chef-Roter Peter Eder wäre bei dem Treffen „selbstverständlich“ dabei. Und auch die SPÖ Niederösterreich, Bablers Heimatbundesland, hält ein Ländertreffen für eine „sehr gute Idee“.

„Es ist Feuer am Dach“, sagt Ex-Geschäftsführer
Aus der mächtigen Wiener Landespartei heißt es: „Ein konstruktiver und vertrauensvoller Austausch der Länder-Verantwortlichen ist etwas Positives.“ Christian Deutsch, ehemaliger Bundesgeschäftsführer und Ludwig-Vertrauter, sagt: „Es ist Feuer am Dach. Bei diesen Umfragen hätte früher selbst Andreas Babler Andreas Babler zum Rücktritt aufgefordert. Daher ist ein geordneter Übergang wichtig, weil es keinen Sinn macht und nur die Partei schwer beschädigen würde.“ Deutsch wird dem Lager von Doris Bures zugerechnet, die ein zerrüttetes Verhältnis zu Babler hat.

In Oberösterreich ist Landeschef Martin Winkler gegen „eine Entscheidung der Führungsfrage unter Zeitdruck“. Tirols Vorsitzender Philip Wohlgemuth äußert sich zurückhaltend: „Wenn jemand für den Bundesparteivorsitz kandidieren will, dann soll er das tun.“ Er fordert „rasche Klarheit in der Bundes-SPÖ“ darüber, wie es nun weitergeht. Burgenland schweigt.

Heißt für das Krisentreffen im Detail:

In der Frage „Babler oder Zeiler“ selbst spielen die Parteigranden aber weiterhin Mikado – wer sich zuerst bewegt, verliert.