In zehn Tagen startet in Klagenfurt das Wettlesen um den 50. Bachmannpreis. Dreimal ging der Sieg in den vergangenen zehn Jahren in die Steiermark. Auch heuer ist unser Bundesland mit Christoph Szalay stark vertreten. Die „Krone“ hat vorab mit ihm gesprochen.
Herr Szalay, was hat Sie bewogen, heuer beim Wettlesen in Klagenfurt mitzumachen?
Die Teilnahme kann man unmöglich planen, weil’s ja von jemand anderem abhängt, in dem Fall von Jurorin Brigitte Schwens-Harrant, die mich eingeladen hat. Aber die Entscheidung, es überhaupt zu versuchen, ist zu einem großen Teil eine pragmatische. Ich arbeite in literarischen Bereichen, die qua Form und Genre nicht zwingend Teil einer großen literarischen Aufmerksamkeit, Rezeption und Öffentlichkeit sind. Der Bachmannpreis ist eine – beziehungsweise die – Möglichkeit, für einen Moment den Fokus auf Zugänge zu Text zu legen, die sich mehr an Sprache und Form abarbeiten, als an einer durch- und auserzählten Handlung.
Was können Sie über den Text schon verraten?
Nicht viel, außer, dass er sich zu einem großen Teil aus einer sehr speziellen Landschaft heraus geschrieben hat und dass es unter anderem um Sport geht, um die Einschreibungen von Bewegung in den Körper und um die Spuren, die dabei hinterlassen werden.
Sie leben und arbeiten vor allem im Ennstal, sind als Läufer viel in der Natur – wie spiegelt sich die Region in Ihrem Schreiben?
Das hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr verschoben, die Landschaft sich immer mehr und weiter eingeschrieben, in die Sprache selbst, das Schreiben, die Themen. Mittlerweile sind es vor allem die Alpen als Kultur- und Naturlandschaft, die mich beschäftigen – auch als zu Hause von mehr als 30.000 Tier- und Pflanzenarten, eine Umgebung, in der sich klimatische Prozesse doppelt so schnell abspielen.
Der Bachmannpreis – das ist ja auch eine Show der Kritiker. Wie bereitet man sich als Autor darauf vor, so öffentlich kritisiert zu werden?
Ich weiß nicht, ob man sich wirklich darauf vorbereiten kann. Es ist ja ein großer Teil des Reizes dieses Formats und ich sehe dementsprechend auch diese öffentliche Kritik als eine Form der Performance, die man, nicht zuletzt als Schutz, in unterschiedlichen Graden ernst- und annehmen kann.
Vorjahresgewinnerin Natascha Gangl ist eine Freundin und Verlagskollegin von Ihnen – welche Tipps hat sie Ihnen für Klagenfurt gegeben?
Ruhig bleiben, sich freuen darauf und Vertrauen haben, aufgefangen zu werden von einem neugierigen Publikum und Menschen, die vor Ort sind und es gut mit einem meinen.