Bei La Strada fliegen wieder Menschen und Ideen
Von 31. Juli bis 8. August bringt La Strada wieder die weite Welt des Zirkus und der Straßenkunst in die Landeshauptstadt Graz. Am gestrigen Mittwoch wurde das Programm präsentiert.
Die weite Welt der Straßenkunst holt La Strada heuer wieder nach Graz. „Im Gegenzug schicken wir aber auch steirische Künstler in die Welt hinaus“, sagt Intendant Werner Schrempf. Im Zuge des EU-Netzwerk-Projekts „In Situ“, das La Strada 2003 mitbegründet hat, ist aktuell etwa das steirische Kollektiv Kra als Retter des Weltklimas auf Tour durch halb Europa. So entsteht ein künstlerisches Netzwerk, von dem nicht nur die Kunstschaffenden, sondern auch das Publikum profitiert, weil es das Resultat beim Festival sehen kann.
Startschuss fällt in der Oper Graz
Mit einer gigantischen Produktion mit 19 Darstellern eröffnet das französische Collectif XY das Festival am 30. Juli in der Grazer Oper. Weiters zu Gast sind unter anderem der Circus Ronaldo, der mit „Da Capo“ seine eigene Geschichte – seit 180 Jahren gibt es den künstlerischen Familienbetrieb schon – im Zirkuszelt in Reininghaus auf die Bühne zaubert. Und mit dem kanadischen Stück „Scuse“ holt man eine Pionierarbeit der dokumentarischen Zirkuskunst ins Next Liberty.
Natürlich werden (bei freiem Eintritt) auch die Straßen der Stadt wieder bespielt: La Banda a Tyrex aus Frankreich verbinden am Hauptplatz Fahrradballett mit Livemusik, Le doux supplice am Karmeliterplatz Akrobatik und Tanz mit asiatischen Kampfkünsten, und Le Patin Libre aus Kanada interpretieren Eiskunstlauf am Asphalt der Stadt neu. Die Compagnie du Coin will mit ihren Konzerten am Freiheitsplatz die Endzeitstimmung auflösen, und Decore Sonore macht die Innenstadt zu einem großen Instrument.
Sogar der Dachstein kommt für das Festival nach Graz
Das Duo Deutinger und Gottfarb verwächst im Botanischen Garten mit dem Ökosystem und hinterfragt, wie sich der Mensch auf die Umwelt auswirkt. Und im Atelier Jungwirth holt man den Dachstein als audiovisuelle Installation in die Stadt und lässt auch einen eigens komponierten „Dachsteinklang“ erklingen. Zudem gibt es zahlreiche Workshops und „community art“-Projekte, an denen jeder und jede teilnehmen kann.
Aus den steirischen Regionen – Weiz und Stainz waren traditionell Spielorte – musste La Strada sich heuer vorerst zurückziehen, weil die Förderungen vom Land dafür gestrichen wurden. „Der Stein ist den Berg hinuntergerollt, leider, aber wir werden ihn wieder nach oben hieven“, kommentiert Schrempf den Verlust.