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Bibiza: „Der Vergleich mit Falco ist mir egal“

· Culture

Zwischen Rockstar-Attitüde, neuem Album und großen Zukunftsplänen zeigt sich Bibiza im „Krone“-Gespräch überraschend entspannt. Der 27-Jährige erzählt von seinem bislang größten Konzert vor 8000 Fans, seinem Traum von der Wiener Stadthalle – und davon, warum ihn die ständigen Falco-Vergleiche inzwischen kaltlassen.

Nach seinem ausverkauften Konzert vor 8000 Fans in der Wiener Metastadt trafen wir den heimischen Rapper Bibiza – bei tropischen Temperaturen, einem Espresso und einem Gläschen Soda Zitron. Ob Letzteres tatsächlich sein Lieblingsgetränk ist, mussten wir natürlich gleich nachfragen – immerhin hat er dem Durstlöscher sogar einen eigenen Song gewidmet. „Soda Zitron liebe ich wirklich, das ist kein Fake“, sagt der 27-Jährige lachend. Danach ging es um sein kürzlich veröffentlichtes Album „Rocknrollstar“ und den bislang größten Auftritt seiner Karriere. „Das war komplett geil und total verrückt“, schwärmt er über die Show in der Donaustadt. Obwohl Franz Laurenz Bibiza, wie er mit vollem Namen heißt, davor so nervös war wie noch nie, sei das Gefühl auf der Bühne für ihn „wie eine Droge“ – danach sei man plötzlich hellwach und voller Adrenalin.

Mit „Wiener Schickeria“ gelang Bibiza 2023 der große Karrieresprung, vor einem derart großen Publikum hatte er zuvor aber noch nie gespielt. Lange innehalten kann er trotzdem nicht: „Nach dem Album ist vor dem nächsten und nach einem Konzert ist auch vor dem nächsten.“

Provokation und Gitarren-Sound
Sein großer Traum steht jedenfalls fest: „Ich würde gerne einmal die Wiener Stadthalle spielen, aber vorerst sind mal die Festivals dran.“ 
Den passenden Soundtrack dafür liefert der Wiener bereits. 
Warum er die Platte „Rocknrollstar“ nannte, will er jedoch nicht ganz entschlüsseln. „Ich fand den Titel griffig und finde es lustig, ein wenig zu provozieren. Außerdem wird man ihn wahrscheinlich in einem Jahr noch einmal anders verstehen.“ Dass die Platte nun endlich veröffentlicht ist, bedeutet für Bibi vor allem Erleichterung. Schließlich beschäftigte ihn das Projekt rund ein Jahr lang. „Für mich ist es jetzt abgeschlossen. Die Songs sind auf dem Album, die Vinyls sind gepresst - ich kann nichts mehr daran ändern. Für die anderen beginnt es jetzt erst, für mich ist es schon vorbei.“

Entstanden ist nichts diesmal in Wien, sondern in Ungarn, Spanien und Norwegen. Eine lange geplante Strategie steckte dahinter allerdings nicht. „Es ist ganz wenig bewusst in meinem Leben“, sagt er grinsend. Durch die vielen Auftritte und Reisen habe sich die Arbeit an der Platte einfach verlagert. Eine Sache stand für ihn dennoch fest: „Ich wollte mehr Gitarren drinnen haben.“ Ansonsten verlasse er sich lieber auf den Moment: „Ich habe nie eine genaue Vorstellung davon, was ich mache – außer, dass es diesmal rockiger werden sollte.“

„Ich mache das, worauf ich Bock habe“
Auch optisch schlägt „Rocknrollstar“ ein neues Kapitel auf. Bibiza denkt seine Werke in unterschiedlichen Farben: Nach Rot und Schwarz dominiert diesmal Weiß. „Für mich war dieser klare Gitarrensound einfach Weiß. Wenn ich mir eine Bühne mit weißen Fetzen vorstelle, die herumwehen, wirkt das groß und ikonisch.“ Rot werde zwar immer eng mit seiner bisherigen Ästhetik verbunden bleiben, momentan habe er aber bewusst etwas Neues ausprobieren wollen.

Musikalisch möchte sich Franz ohnehin nicht festlegen. Auf die Frage, ob er mittlerweile in einem bestimmten Genre angekommen ist, antwortet er: „Ich glaube, ich bin schon längst überall angekommen. Ich mache einfach, worauf ich gerade Bock habe.“ Neben den veröffentlichten Songs nehme er deshalb auch Musik in ganz anderen Stilrichtungen auf – unabhängig davon, ob sie später tatsächlich erscheinen.

Die gesunden Sachen im Leben
Mit den wachsenden Bühnen steigen allerdings auch der Druck und die Erwartungen. Dagegen helfen ihm vor allem Bewegung und Erholung. „Sport und Schlaf – das sind einmal die gesunden Sachen“, erzählt er lachend. Generell versuche er, sich abzulenken und Abstand zu gewinnen. Das gelte auch für kreative Blockaden: Manchmal müsse man weiterarbeiten, manchmal helfe es mehr, kurz aus der Situation herauszukommen. „Ich bin eigentlich ein positiver Mensch, natürlich gehe ich auch gerne feiern, wenn es mir gut geht.“

Die Gleichgültigkeit zu Falco
Für Gesprächsstoff sorgt der Künstler aber nicht nur mit seinen Songtiteln. Immer wieder wird er als „Falco der Gen Z“ bezeichnet. Solche Vergleiche führt er vor allem auf das Bedürfnis nach klaren Schubladen zurück: „Die Menschen wollen alles einordnen, damit sie das Gefühl haben, die Welt verstanden zu haben.“ Er selbst sieht die Parallelen gelassen: „Ich mache das ja nicht beabsichtigt. Ich habe Milliarden von Songs, die überhaupt nichts mit ihm zu tun haben. Mir fällt kein Zacken aus der Krone, wenn ich mit ihm verglichen werde. Ich finde es lustig, dass das dauernd passiert. Der Vergleich mit Falco ist mir eigentlich egal.“

Viel lieber blickt der Freigeist nach vorne, denn nach den Festivals folgt 2027 seine eigene Tour durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Wien steht bislang aber noch nicht auf dem Tourplan – der Wunsch nach einer Show in der Stadthalle bleibt aber bestehen. 
Mit welchem Gefühl seine Fans die kommenden Konzerte verlassen sollen, weiß Bibi jedoch schon jetzt: „Sie sollen ganz glücklich nach Hause gehen und schwitzen, so wie ich.“  Wer also Franz Bibiza bald live auf der Bühne sehen will – Tickets gibt es unter oeticket.com. Schnell sein lohnt sich!