BMW sagt Nein – jetzt bettelt die AfD bei Musk
Weil BMW sein Leasing-Angebot für den Dienstwagen des neuen AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt zurückgezogen hat, sucht die Partei nun offenbar eine Alternative in den USA. AfD-Politikerin Beatrix von Storch wandte sich direkt an Tesla-Chef Elon Musk. Ob der Tech-Milliardär einspringt, ist offen.
Nach dem Ärger um den künftigen Dienstwagen von Tobias Rausch setzt die AfD nun auf Elon Musk. Beatrix von Storch, stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, fragte den Tesla-Chef öffentlich auf der Plattform X, ob sein Unternehmen dem neuen Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt ein Fahrzeug zur Verfügung stellen würde.
Auch andere Hersteller machen kein Angebot
Hintergrund ist der Rückzug eines Leasing-Angebots von BMW. Der deutsche Autobauer hatte dem Landtag einen 7er für den neuen Präsidenten angeboten, das Angebot aber zurückgezogen. Der bisherige Leasingvertrag für den Wagen, den Rausch von seinem CDU-Vorgänger Gunnar Schellenberger übernommen hat, läuft im November aus.
Der Landtagsverwaltung zufolge war BMW der einzige namhafte deutsche Hersteller, von dem ein Angebot für das neue Dienstfahrzeug vorlag.
Von Storch appelliert an Musk
In ihrem X-Beitrag verwies von Storch auf den Bericht der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ über den Rückzug des BMW-Angebots. Sie fragte Musk auf Englisch, ob Tesla bereit wäre, dem AfD-Politiker einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen. Damit richtet sich die Partei an einen Unternehmer, der in der Vergangenheit wiederholt öffentlich Sympathien für die AfD erkennen ließ.
Bereits im Dezember 2024 hatte Musk die Partei mit dem Satz „Only the AfD can save Germany“ unterstützt. In einem Gastbeitrag bezeichnete er sie als „letzten Funken Hoffnung“. Im Jänner 2025 schaltete er sich zudem in ein Livestream-Interview mit AfD-Chefin Alice Weidel ein. Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt gratulierte Musk der Partei auch 2026 öffentlich.
Politischer Eklat um den Dienstwagen
Der Rückzug des BMW-Angebots hatte zuvor für heftige Reaktionen im rechten Lager gesorgt. Rausch war am Dienstag zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Dass BMW sein Angebot am selben Tag zurückzog, werteten AfD-Vertreter als mögliches politisches Signal. Der Konzern bestätigte einen solchen Zusammenhang allerdings nicht. Auf Anfrage erklärte BMW lediglich, sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Kundenbeziehungen zu äußern.
Rausch zeigte sich in einem offenen Brief an den Autobauer „groß verwundert“ und „persönlich enttäuscht“. Er stellte die Frage, ob politische Überzeugungen Einfluss auf Geschäftsbeziehungen haben sollten, und wertete den Vorgang als politische Ausgrenzung. Einen Beleg für eine politische Motivation des Konzerns gibt es allerdings nicht.