Kultur

Christian Eisenberger: Echo des Weltsystems

Christian Eisenberger: Echo des Weltsystems

Christian Eisenberger zählt zu den Shootingstars des österreichischen Kunstgeschehens. In der Galerie 422 in Gmunden stellt er ein Sammelsurium an Arbeiten aus: Arrangements aus Holzstücken sowie wild bemalte Leinwände treffen aufeinander. Das ist Kunst, die provoziert und sich nicht festlegen lässt.

Christian Eisenberger (48) schöpft gerne aus dem Vollen: Er greift zu Karton oder Holz, zu Pornoheften, Geweihstangen oder Fotos, Ketten, Muscheln, Wurzeln oder Draht.

Verbunden mit der großen Lust am Experimentieren und dem Ausloten von Materialien und Medien stellt sich der gebürtige Steirer in der Galerie 422 – Topadresse im oberösterreichischen Gmunden – mit einem Universum vor, das bunt, vielschichtig und spannend bleibt. Wofür? Er will das Betriebssystem Kunst um alle Teile der Welt erweitern.

In die Tiefe, in das Rohe hineinarbeiten
Dabei nutzt er das Material nicht im traditionellen Sinn als edlen Werkstoff, sondern behandelt es experimentell und oft mit sichtbaren Bearbeitungsspuren. Seine Skulpturen wirken häufig roh und unvollendet, das Objekt bleibt bewusst in einem Zwischenstadium – und damit eingebettet in Zeit.

Abklatsch führt zu Spiegelung
Die Skulpturen, die mitunter auch das Figurale streifen, treten in Dialog mit intensiv bemalten Leinwänden. Eisenberger lässt die Farbe tropfen und zieht sie zu Abklatschbildern ab, auch Doppelbilder genannt. Dafür gibt es eine lange Tradition in der Kunstgeschichte – auch Picasso liebte diese Technik. Fotos dokumentieren Eisenbergers Land-Art-Arbeiten; insgesamt geht es in der Ausstellung um die Themen Echo, Hall und Widerhall.

Auch auf der Art Basel vertreten
Die Galerie 422 zeigt Land Art, Malerei und Skulptur und gibt damit einen umfassenden Einblick in das aktuelle Schaffen des Künstlers, der längst auf dem internationalen Parkett angekommen ist. Heuer war Eisenberger unter anderem mit der Wiener Galerie Krinzinger auf der Art Basel vertreten.

Im Rahmen der Ausstellung von Christian Eisenberger (bis 1. August) findet am Sonntag, 12. Juli, von 10 bis 12 Uhr ein Art Walk in Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden statt. Am Freitag, 31. Juli (17 Uhr), gastiert zudem das Format „Kunst und Schnittlauch“ mit dem Kunstexperten und Kunsthändler Alexander („Axi“) Giese sowie dem Kunstjournalisten Christof Habres in der Galerie.

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