Politik

Clemens Pig, der Stachel im Fleisch des ORF?

Clemens Pig, der Stachel im Fleisch des ORF?

Nun ist Clemens Pig also wie nicht anders erwartet zum neuen ORF-Generaldirektor gewählt worden. Der Mann ist nicht zu beneiden (aber Mitleid muss man auch nicht mit ihm haben).

Pig übernimmt ein von peinlichen Affären schwer gebeuteltes Unternehmen, über das ein aufgeblähter Stiftungsrat in den politischen Hinterstübchen entscheidet.

Pig muss 93 Millionen einsparen, Mehrfachstrukturen und Tochterfirmen hinterfragen, was laut Ingrid Thurnher „an den Grundfesten des ORF“ rüttle.

Man kann deshalb nur staunen, dass sich um diese Aufgabe – abgesehen von 66 Spaßvögeln – neben Pig doch acht ernst zu nehmende Kandidatinnen und Kandidaten gerissen haben.

Messen wird man den Spitzenmanager daran, wie schnell er Maßnahmen seines über 100 Seiten starken Strategiekonzepts tatsächlich umsetzt. Auch an der Frage, ob Pig dafür gleich viel oder sogar mehr verdienen wird als die „Gagenkaiser“ Strobl und Weißmann?

Wird er sein Führungsteam jenseits politischer Begehrlichkeiten zusammenstellen oder geht der Postenschacher munter weiter? Wird der 35-köpfige Stiftungsrat in seiner Amtszeit verkleinert? Und schafft es der Tiroler, verlorengegangenes Vertrauen des Publikums wieder zurückzugewinnen?

Der Nachname des neuen ORF-Generaldirektors bedeutet im Altdänischen „Stachel, Dorn“ oder „die Spitze einer Waffe“. „Pigtråd“ ist Stacheldraht und ein Igel hat „Pigge“.

Wer weiß, vielleicht gelingt es Clemens Pig ja, bei den umfangreichen Aufräumarbeiten im ORF der sprichwörtliche „Stachel im Fleisch“ zu sein.

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