Dann bleibt der ÖVP nur Kickl oder der Regenbogen
Eigentlich sind die Zeiten für Christian Stocker komfortabel. Die SPÖ zieht mit ihrer Shakespeare-Nummer alle Augen auf sich. Der Kanzler könnte auf der Vespa jetzt in Wiener Neustadt mit 50 Sachen durch eine 30er-Zone brettern und das mit einem Damenspitz, es wäre keiner Zeile würdig.
Doch das täuscht. Stocker steht vor einer kniffligen Frage: Wählen oder nicht, das könnte über Sein oder Nichtsein entscheiden. Der SPÖ fehlen Geld, Spitzenkandidat, zwölf Prozent in Umfragen verleihen auch nicht gerade Flügel.
Mit Markus Marterbauer könnten die Roten im Frühjahr allerdings ein Comeback schaffen, die ÖVP hätte dann das Momentum verpasst. Offiziell raten fast alle in der Volkspartei ab, ins Risiko zu gehen, inoffiziell sticht aber manche der Hafer. Im Interview bleibt Stocker wohl deshalb dazu auch recht vage.
Wählen wir also bald? Ich denke nicht. Für die ÖVP wäre der Kanzler futsch, ihr bliebe eine Regenbogen-Option oder die FPÖ als Partner. Kickl kennt sie live und wie ein Pokerspieler wirkt der Buddha vom Ballhausplatz auch nicht wirklich.
Sein Risiko: dass er in der eigenen Partei unter Druck gerät und auch hier ein Wechsel an der Spitze herbeigewünscht wird. „Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler. Sie treten auf und gehen wieder ab“, heißt es bei Shakespeare.
Das gilt allerdings nicht nur für die SPÖ. Auch in der Volkspartei ist Vespafahren oft schnell wieder eine Privatangelegenheit.