Österreichs Fußball-Teamchef Ralf Rangnick macht beim Thema Nationalstadion weiter Druck. „Wir haben reihenweise Investoren, die nur darauf warten, dass grünes Licht kommt. Das würde das Land Österreich keinen einzigen Euro kosten“, sagt der 68-Jährige.
In der ORF-Sendung „Das Gespräch mit Susanne Schnabl“ wird Rangnick deutlich: „Wir haben reihenweise Investoren, die nur darauf warten, dass grünes Licht kommt. Das würde das Land Österreich keinen einzigen Euro kosten. Kein einziger Euro Steuergeld wird dafür benötigt.“ Konkret seien es „drei oder vier Investoren“. Was ihn stört: Über Pläne werde nicht einmal ernsthaft diskutiert.
Seit seinem Amtsantritt wirbt der Deutsche für eine moderne Multifunktionsarena, am liebsten auf dem Gelände des Happel-Stadions. Anbindung, Prater, Nähe zur City: für Rangnick nahezu ideal. Mehrere Gespräche mit Bürgermeister Michael Ludwig und Sportstadtrat Peter Hacker brachten aber keinen Fortschritt. „Es wird gar nicht zugelassen, dass wir an einen Punkt kommen, an dem wir sagen, es würde gehen.“
„Mit Kolosseum in Rom noch nicht vergleichbar“
Die Bedenken wegen Denkmalschutz und Grundwasser kann er nicht nachvollziehen: „So alt, dass man ständig den Denkmalschutz in den Vordergrund rückt, so alt ist das Ernst-Happel-Stadion auch noch nicht. Mit dem Kolosseum in Rom kann man es nicht ganz vergleichen.“
Eine neue Arena wäre für ihn eine Riesenchance für Österreichs Sport und den Eventstandort Wien. Dass es so etwas in der Hauptstadt noch nicht gibt, sei „jammerschade“. Rangnicks Forderung: mehr Offenheit. „Wenn es wirklich nur Gewinner gibt in einer Situation, dann kann man doch nicht ständig nach Argumenten suchen, wieso es besser ist, wenn man es nicht macht. Was ich mir wünschen würde, wäre eine gewisse Diskussionsbereitschaft. Lasst uns doch mal überlegen, was passieren würde, wenn es passieren würde.“