Ende der 50er-Jahre wurde die Stadthalle eröffnet. Ein Meilenstein der Nachkriegsmoderne, mit über einer Million Besuchern jährlich. Seit sechs Jahrzehnten ein Wohnzimmer für Weltstars, längst unter Denkmalschutz. Eine in die Jahre gekommene Event-Location, die in dieser Woche lebendiger und bunter als je zuvor wirkt.
Seit 1974 geht in der Stadthalle der Tennis-Klassiker über die Bühne, Ikonen wie Roger Federer, Novak Djokovic, Andre Agassi, Pete Sampras, Jimmy Connors oder Boris Becker schlugen in Wien auf. Dazu wurden Lokalmatadore wie Thomas Muster, Dominic Thiem, Jürgen Melzer, Stefan Koubek, Hans Kary oder Peter Feigl überschwänglich gefeiert. Doch noch nie war die Euphorie größer als heuer.
Warteschlangen vor den Eingängen, überfüllte Gänge, volle Tribüne, sieben ausverkaufte Sessions in Serie. Ein Rekord mit weit über 80.000 Fans. Ein Fest für den Sport, ein Leckerbissen für Filzkugel-Fans. Gleich sechs Asse aus den Top 10 gaben ihre Nennung ab, doch längst schlüpfte das Turnier in die Rolle des bedeutendsten Stars.
Weil das Team rund um Organisator Herwig Straka das Turnier in jahrelanger Kleinarbeit auf eine neue Ebene hob. Ein elitäres Feld mit Top-Niveau, Entertainment für die ganze Familie, ein VIP-Klub mit 32 Essensständen, selbst das verstaubte Image der in die Jahre gekommenen Beton-Katakomben wurde mit Dekorationen, Lichtspielen und Kulinarik kaschiert. Dabei zu sein, ist alles. Wer ein Ticket bekommt, fühlt sich fast schon privilegiert. Eine schönere Auszeichnung für ein Sportevent gibt es kaum.