Politik

Die Volkspartei, nur ein Schatten ihrer selbst

Die Volkspartei, nur ein Schatten ihrer selbst

Es war ein kurzer Satz mit enormer Sprengkraft. Knapp vor der ersten Hochrechnung in Mecklenburg-Vorpommern kündigte das ZDF an, man wolle nun die Stimmung bei den Kleinparteien einfangen: der Linken, den Grünen – und der CDU. Die einst stolze Volkspartei ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Sie schaffte bloß knapp den Einzug in den Landtag. Es ist das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Wahl aller Zeiten.

Doch Kanzler Friedrich Merz zeigt sich trotzig. Kaum hatten die Wahllokale geschlossen, trat er vor die Presse in der Berliner Parteizentrale. Ein ungewöhnlicher Schritt für einen Landtagswahlabend. Obwohl seine Partei abstürzt und in Berlin das Rote Rathaus an die Linke verliert, hält Merz an seinem Kurs fest. An einen Rücktritt denkt er nicht. Stattdessen präsentiert er sich als unnachgiebiger Reformer. Bürokratieabbau und Wirtschaftswachstum sollen das Land retten und das „politische Gift“ der AfD bekämpfen. Dafür verlangt er Ausdauer – von der Bevölkerung wie von den eigenen Reihen.

Besonders pikant: Die acht CDU-Ministerpräsidenten berieten schon seit 17 Uhr mit Merz in der CDU-Zentrale. Dennoch verzichtete der Kanzler auf den demonstrativen Schulterschluss und trat allein an das Rednerpult. Die Botschaft: Ich schaffe das allein. Merz verteidigt sein Revier und will jede Debatte über seine Zukunft ersticken.

Der Absturz der Volkspartei ist jedoch nicht mehr schönzureden.

Vielleicht verpasst