Politik

Diese Köpfe haben die US-Wahlen entschieden

Diese Köpfe haben die US-Wahlen entschieden

Der überragende Sieg der Demokraten bei den US-Midterms liegt nicht nur an den Schwächen von Trump und seinen Republikanern, sondern auch an charismatischen Köpfen, die die Opposition ins Rennen schickte. Die Sieger dürften künftig eine wichtigere Rolle in der Partei spielen – bis hin zur Präsidentschaftskandidatur.

Die größte politische Sensation der US-Wahlen gelang James Talarico in Texas. Der 37-Jährige eroberte in dem konservativen Südstaat erstmals seit 1988 einen der heiß begehrten Sitze im Senat in Washington. Seinen Sieg über den Trump-Verbündeten Ken Paxton verglich er mit dem biblischen Kampf von David gegen Goliath.

Als Präsidentschaftskandidat gehandelt
Der Demokrat, der ein protestantisches Priesterseminar besucht hat, warb mit einer Mischung aus christlichen Botschaften und Wirtschaftsversprechen gezielt um von Trump enttäuschte Republikaner. Nicht wenige in der Partei halten den um Ausgleich bemühten Talarico für einen idealen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2028.

Erste schwarze Gouverneurin
Einen weiteren historischen Triumph konnten die Demokraten im Südstaat Georgia davontragen. Mit Keisha Lance Bottom (56) wurde dort erstmals in den USA eine schwarze Frau zur Gouverneurin gewählt. Sie setzte sich gegen republikanischen Milliardär Rick Jackson durch. Es ist die erste gewonnene Gouverneurswahl für die Demokraten in Georgia seit 1998. Auch der demokratische Senator Jon Ossof konnte seinen Sitz den Republikaner Mike Collins verteidigen. Ihre Siege sind weitere Zeichen für den Umbruch in den USA. 2024 hatte noch Donald Trump die Präsidentschaftswahl den Swing State für sich entschieden.

Muslim erobert Senatssitz
Zu einem der führenden Köpfe im linken Lager der Demokraten hat sich Abdul El-Sayed (42) entwickelt. Nach einem furiosen Wahlkampf, der zu internem Streit bei den Demokraten führte, wird er als erster Muslim in den US-Senat einziehen. El-Sayed verkörpert auch einen Richtungswechsel bei den Demokraten: Er wirbt für ein Ende der US-Hilfen für Israel. 

Linke Kandidatin mit Ambitionen
Die überaus kritische Haltung zu Israel teilt er sich mit der bekanntesten Vertreterin des linken Flügels der Demokraten, Alexandra Ocasio-Cortez. Vor fast acht Jahren zog sie als damals jüngste Abgeordnete in den Kongress in Washington ein. Jetzt verteidigt die 37-Jährige ihr Mandat problemlos gegen ihren republikanischen Gegner Diamant Hysenaj. Ocasia-Cortez, kämpft für Umweltschutz und eine linke Sozialpolitik und wirft Israel einen „Genozid“ im Gazastreifen vor. Schon länger liebäugelt sie mit einer Präsidentschaftsbewerbung bei der Wahl 2028.

Erster offen schwuler Senator
Im Ostküstenstaat New Hampshire verteidigte der Demokrat Chris Pappas das Senatsmandat für seine Partei gegen den Republikaner John Sununu. Der 46-jährige Pappas ist der erste offen schwule Politiker, der in den Senat in Washington einzieht.

Priester jagt Republikanern Kansas ab
Neben den jüngeren Köpfen setzten sich für die Demokraten auch einige erfahrenere Politiker durch. Der demokratische Priester Adam Hamilton eroberte in der Republikaner-Hochburg Kansas erstmals seit 1932 einen Senatssitz für seine Partei. Der 62-Jährige siegte gegen den republikanischen Amtsinhaber Roger Marshall.

Überraschungssieg für Holzfäller
In Ohio setzte sich der frühere demokratische US-Senator Sherrod Brown (73) gegen den bisherigen republikanischen Mandatsträger Jon Husted durch. In Maine im Nordosten der USA gelang dem früheren Holzfäller Troy Jackson (58) ein Überraschungssieg gegen die 73-jährige Republikanerin Susan Collins. Die dienstälteste Republikanerin im Senat gibt ihren Sitz nun nach rund 30 Jahren ab.

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