Dieser Steirer zieht in Paris bald alle Register
Erfolg für den Grazer Organisten Peter Frisée: Am 16. August spielt er ein Konzert in der frisch renovierten Kathedraloe Notre-Dame de Paris – vor 6000 Menschen. Vorab sprach er mit der „Krone“ wie er zur Orgel kam und was ein Besuch bei einem Würstelstand mit dem Autritt in Paris zu tun hat.
Ach, was kann der Trotz doch für ein Antrieb sein. Eigentlich wollte Peter Frisée nämlich Pianist werden. Der 1983 geborene Grazer war auch ein Ausnahmetalent. „Doch als ich mit 12 Jahren bei einem Wettbewerb nicht gewonnen habe, war ich so angefressen, dass ich mir geschworen habe, das Instrument nie mehr anzugreifen“, erzählt er.
Tatsächlich setzte er sich danach viele Jahre nicht mehr ans Klavier. Doch der Reiz der Tasten saß offensichtlich tief. „Wenig später habe ich mich dann einfach in die Bim gesetzt, bin nach Mariatrost gefahren und hab beim Kloster, das es damals noch gab, angeläutet.“ Er wollte die Orgel der Basilika sehen. „Pater Roman hat mir geöffnet und mir erlaubt an der Orgel zu spielen. Der Arme hatte keine Ahnung, worauf er sich einließ“, erinnert sich Frisée. Denn der Jungmusiker kam von da an jeden Tag um zu üben.
Noch als Teenager begann er eine Ausbildung an der Grazer Kunstuniversität. Ironie des Schicksals: „An der Orgel habe ich jenen Wettbewerb dann gewonnen, wegen dem ich kurz davor dem Klavier abgeschworen hatte.“ Sein Studium beendete Frisée dann in Wien, wo er bis heute lebt. „Mein Ziel war es immer, die Orgel ein wenig aus dem Sakralschlummer zu reißen“, sagt er. Sprich: Für ihn gibt es weit mehr als Kirchenmusik. Unter anderem saß er bei Konzerten der steirischen Ausnahmemusikerin Anja Plaschg alias Soap & Skin an der Orgel. Auch für Angelika Kirchschlager, Katharina Stemberger oder Sandra Cervik hat er bereits alle Register der Orgel gezogen.
Vom Wiener Würstelstand in die Pariser Kathedrale
Dass er nun ein Konzert in Notre-Dame in Paris spielen darf, verdankt er nicht nur seinem Talent, sondern auch einem Zufall. Gemeinsam mit seinem besten Freund Roman Hauser hat Frisée in Wien die Konzertreihe „Die Goldene Stunde“ veranstaltet. „Dort hatten wir vor einiger Zeit Yves Castagnet zu Gast, der Organist in Notre Dame ist. Wir hatten ein zwei Bier mit ihm und fanden uns in den Morgenstunden beim Würstelstand wieder. Das dürfte ihm so gefallen haben, dass er uns in Erinnerung behielt.“
Nun folgte die Gegeneinladung. In der frisch renovierten Kathedrale Notre-Dame darf sich Frisée am 16. August an die große Orgel setzen. „Das Instrument hat das Feuer wie aus einem Wunder ohne größere Schäden überlebt, musste nur gereinigt werden. Umso größer ist nun die Ehre an dieser Orgel zu sitzen.“ Frisée hat dafür ein besonderes Programm zusammengestellt – immerhin erwartet ihn ein großes Publikum. „Im Schnitt kommen 6000 Besucher“, freut er sich.