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„Dieser Unfall war ein Zeichen vom lieben Gott!“

„Dieser Unfall war ein Zeichen vom lieben Gott!“

Der böse Motorrad-Unfall von Ski-Legende Hermann Maier jährt sich am Montag zum 25. Mal: Das ganze Sportland Österreich hielt damals den Atem an, alle Zeitungen und Nachrichtensendungen des Landes kannten kaum mehr ein anderes Thema: Der „Herminator“ war fast tot – und machte sich nach dem Comeback unsterblich!

Ein lauer Sommertag im August 2001, ganz Österreich genoss die letzten Züge des Sommers. Ehe plötzlich eine Horror-Nachricht die Runde machte, die Nachrichtensendungen des Landes nur noch ein Thema kannten, die Sport-Nation den Atem anhielt: Hermann Maier ist schwer verunfallt!

Ausgerechnet er. Der „Herminator“, der schier Unzerstörbare. Dessen rasantes Leben, das von Siegen und Erfolgen getrieben war, von einem auf den anderen Moment auf den Kopf gestellt wurde. Ein schwerer Motorradunfall auf der B99 nach dem Training in Obertauern, abgeschossen von einem falsch abbiegenden Deutschen Touristen. Der Doppel-Olympiasieger lag dreieinhalb Jahre nach seinem Husarenritt in Nagano, als er wenige Tage nach seinem schweren Trainingssturz Doppel-Gold gewann, im Graben, sein Bein nicht nur bloß gebrochen, sondern fast abgerissen vom Rest des Körpers. Leber und Nieren waren beschädigt, es drohte nicht nur die Amputation des rechten Beines, sondern gar multiples Organversagen. Über mehrere Tage kämpften Dr. Artur Trost & Co. um die Zukunft des „Herminators“.

Mit Erfolg. Die Teamkollegen um Fritz Strobl, der ausgerechnet an dem Tag Geburtstag hatte, bekamen die Nachricht auf dem Trainingslager in Chile mit: „Es war auch für uns ein Schock – dass es da Spitz auf Knopf zugegangen ist, haben wir bald mal mitbekommen.“ Aber: „Wir wussten: Wenn einer zurückkommen kann, dann er.“ Schließlich, so Strobl, war „der Hermann wie er war, als Athlet einzigartig, skitechnisch einzigartig, von den Trainingsumfängen her einzigartig – und auch von seinem Willen, den keiner von unserer Mannschaft so aufgebracht hat. Das alles hat ihn zu dem gemacht, wer und was er ist.“

Hier lesen Sie, wie es um Hermann Maier damals wirklich stand: 

In der Heimat prasselte zig Genesungswünsche ein, etwa von Präsident Thomas Klestil, Kanzler Schüssel oder Arnold Schwarzenegger. Maiers Schicksal, das sich morgen zum 25. Mal jährt, bewegte das Land, die Medienwelt belagerte den „Herminator“ auf Schritt und Tritt, sein Sturz war über Wochen DAS Thema auf allen Titelseiten. „Journalisten haben das Spital belagert, einige sind für Fotos aufs Dach geklettert. Dazu haben sie versucht, mit weißen Mänteln ins Spital einzudringen. Er war wochenlang auf jeder Titelseite – bis 9/11 kam“, erzählt Arzt Dr. Trost der „Krone“. 

Der „Herminator“ war fast tot – und machte sich danach unsterblich. Weil es für ihn kein Aufgeben gab, er noch im Krankenbett mit einem Handergometer trainierte, sich Schritt für Schritt auf die Skier zurückkämpfte und 521 Tage nach dem Unfall am 27. Jänner 2003 im Super-G von Kitzbühel wieder auf den Thron zurückkehrte – mit einem 36 Zentimeter langen Marknagel im Unterschenkel. Maier selbst sprach mit Tränen in den Augen dann vom „größten Sieg“ der Karriere, viele weitere sowie der vierte Erfolg im Gesamtweltcup oder jener im Riesentorlauf bei der WM 2005 sollten folgen.

„Ganz unten zu sein, macht menschlich. Ich habe Demut gelernt, selbstverständlich ist für mich nichts mehr“, sagte Maier, der 2009 seine Karriere beendete und mit Frau Carina und seinen drei Töchtern in Flachau lebt, Jahre später. „Heute danke ich in Momenten des Erfolgs dem lieben Gott. Ich glaube, der Unfall war ein Zeichen von oben, dass es auch bei mir Grenzen gibt.“

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