Dorthin gingen Millionen des gescheiterten S-Link
Der Stadtrechnungshof legte nun seinen Prüfbericht zum geplatzten S-Link-Projekt vor und übt darin Kritik. So habe es keine ausreichende Gesamtplanung gegeben, man habe sich anstattdessen in Details verrannt.
Aber auch an der finanziellen Planung gibt es in dem Bericht große Kritik: Der Finanzierungsschlüssel zwischen Stadt und Land sei noch nicht geklärt gewesen und lange keine konkrete Trassenfestlegung vorgenommen worden.
Millionen nur für Kommunikation
Insgesamt wurden im Zeitraum von 2019 bis 2024 insgesamt 27,6 Mio. Euro für den S-Link aufgewendet. Der Großteil davon entfiel auf Planungs-, Projektierungs- und Beratungsleistungen. Für die Generalplanung wurden rund 5,6 Mio. Euro und für geotechnische Erkundungen und Probebohrungen rund 6,4 Mio. Euro ausgegeben. Der Personalaufwand belief sich auf rund zwei Mio. Euro.
Vermerkt wurde im Bericht auch, dass der Aufwand für die Kommunikation ebenfalls rund zwei Mio. Euro betrug und damit rund sieben Prozent der gesamten Projektkosten ausmachte. Rund 1,5 Mio. Euro wurden dabei extern ausgegeben. Von diesem Betrag gingen 77 Prozent an eine einzige Agentur – ohne dass für den Stadtrechnungshof nachvollziehbar war, wie die Projektgesellschaft eine leistungsbezogene Kostenverfolgung sicherstellen konnte.
Bei Umsetzung hätten sich Kosten fast vervierfacht
Die Kosten für den S-Link waren – ohne Stichbahnen – in der zuletzt präsentierten Variante auf 2,2 Mrd. Euro geschätzt worden. Wie der Stadtrechnungshof feststellte, hätten sich die Kostenschätzungen vor allem für den unterirdischen Abschnitt unter der Salzburger Altstadt in kurzer Zeit erheblich erhöht: So stiegen die Kosten dafür binnen vier Jahren von 106 Mio. Euro (2020) auf 405 Mio. Euro (2024) an.
Volksbefragung 2024 bereitete dem Projekt ein Ende
Im November 2024 stimmten 53,3 Prozent der Salzburger Bevölkerung in einer Volksbefragung gegen den S-Link.