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Echte Porträts voller Erinnerungen an Bachmann

· Culture

Für das Kunstprojekt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann sucht die Klagenfurter Fotografin Sabine Biedermann Menschen, die einen persönlichen Bezug zu der Autorin haben. So soll ein eindrucksvoller Mosaikband entstehen, der voll mit Erinnerungen ist.

Ingeborg Bachmann wäre am Donnerstag hundert Jahre alt geworden. Die bedeutende Schriftstellerin, die wie kaum eine andere die österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts geprägt hat, ist bis heute eng mit ihrer Heimatstadt Klagenfurt verbunden. Aus diesem Anlass möchte die Klagenfurter Fotografin Sabine Biedermann einhundert Porträts von Menschen fotografieren, die in Beziehung zur Schriftstellerin stehen.

Wer wurde von Bachmanns Literatur berührt?
Dabei darf die Beziehung zu Bachmann jedweder Natur sein: Wer die Klagenfurterin persönlich kannte, ihr einmal zufällig begegnet ist, mit ihr gesprochen hat, von ihrer Literatur berührt wurde, sie gar nicht mag, mit ihr gearbeitet hat oder sie beim Spazierengehen sah, ist dazu eingeladen, am Projekt „Hundert Wege zum See“ teilzunehmen und sich porträtieren zu lassen. „Keine Verbindung ist zu klein. Keine Erinnerung zu flüchtig“, sagt Biedermann.

„Das Jugendstiltheater am Goetheplatz wird für diesen Zweck in ein Fotostudio umfunktioniert. Fotografiert wird analog mit der Rolleeiflex und zusätzlich digitalEs wird nur einmal abgedrückt. Dieses digitale Porträt kann man mit nach Hause nehmen“, erzählt Biedermann. Was entsteht, ist aber mehr als ein Bild: Ein Mosaik aus Gesichtern, Anekdoten, Geschichten und Gedanken, das Bachmann und Klagenfurt neu erfahrbar macht.

Zehn Personen haben schon mitgemacht
Im Zentrum dieses Austauschs steht Ingeborg Bachmanns Erzählung „Drei Wege zum See“, die die persönliche Auseinandersetzung mit der Schriftstellerin, aber auch mit Klagenfurt einleitet.

„Zehn Personen haben wir schon gefunden. Das Projekt läuft bis Ende des Jahres und soll dann festlich präsentiert werden. Vielleicht entsteht auch ein Bildband“, meint die Viktringerin. Die wie Bachmann Klagenfurt mit 19 Jahren verlassen hat. Biedermann lebte lange in der Schweiz, ist nach 25 Jahren in London, Mailand, Zürich und Lugano heute wieder in Klagenfurt. Und arbeitet als Fotografin. Bachmann lässt sie nicht los.